Die Fahrspaß-Maschine: das Cannondale Topstone Neo Carbon 2 im Test

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Weder Schutzbleche noch eine Lichtanlage, dafür aber Rennlenker und Stollenbereifung – um ein Urban Bike im klassischen Sinne handelt es sich bei Cannondales neuem Gravel E-Bike auf den ersten Blick sicherlich nicht. Doch gibt es viele andere Qualitäten zu entdecken, die das Rad für ein breites Spektrum an FahrerInnen interessant macht. Allen voran ist die Kombination aus bärenstarkem Bosch-Motor und flexendem Carbon-Rahmen zu nennen: denn trotz des relativ schweren Antriebs bringt das Rads so nur gut 16 kg auf die Waage, was beeindruckend leicht ist. Und die coole Optik des Bikes macht die Vorfreude dann noch größer, das Cannondale Topstone Neo Carbon 2 einem ausführlichen Test zu unterziehen.

Design

Beginnen wir gleich beim Design des Bikes: Black Pearl nennt sich der schwarze Metallic-Farbton des Rads, welcher mit einigen dunkelgrauen Streifen und Schriftzügen kombiniert wird – alles zurückhaltend dezent, so dass die klare Formgebung des Rahmens im Vordergrund steht. Dank innen verlegter Kabel und Leitungen ergibt sich ein cleanes Erscheinungsbild und der Rahmen wirkt sportlich und schlank – abgesehen natürlich vom recht voluminösen Unterrohr in dem der herausnehmbare Akku untergebracht ist. Alle weiteren Anbauteile am Rad sind in matten schwarz gehalten, einzig die Bereifung mit braunen Gummiflanken sorgt für einen farblichen Akzent und unterstreicht den Gravel-Charakter des Bikes.

Auch wenn der aktuelle Bosch-Motor kompakter als all seine Vorgänger ist, so hat er doch noch ein durchaus wahrnehmbares Volumen. Die Integration dieses Antriebs hat Cannondale aber bestmöglich gelöst – so gehen Motorgehäuse und Unterrohr fließend ineinander über und bilden eine harmonische Einheit. Die Steuerung des Antriebs ist mit Display und separatem Taster umfangreich, dabei aber trotzdem angenehm unauffällig.

Ausstattung

Herzstück des Topstone Neo Carbon ist sicherlich der namensgebende Carbon-Rahmen, der eine ganz besondere Spezialität zu bieten hat: so nutzt Cannondale im hinteren Bereich des Rahmens die flexiblen Eigenschaften der Carbonstruktur, was zu einer Nachgiebigkeit von bis zu 30 mm führen soll. Kingpin nennt sich dieses System, erkennbar auch an der Steckachs-Verbindung zwischen Sitzstreben und Sitzrohr. Eine passives Federelement sozusagen, das keinerlei Wartung braucht und den Fahrkomfort erhöhen soll.

Im Zusammenspiel mit der Carbon-Gabel bringt das Topstone Neo Carbon 2 dann 16,8 kg in der Größe L auf die Waage. beeindruckend leicht, angesichts des elektrischen Antriebs. Dieser wurde bereits angesprochen, soll hier aber noch ausführlich genannt sein: es kommt Boschs sportlichster und stärkster Performance-Line CX-Motor zum Einsatz, der bis zu 85 Nm Drehmoment liefert. Der Akku stammt ebenso von Bosch vom Typ PowerTube, ist herausnehmbar im Unterrohr platziert und bietet eine Kapazität von 500 Wh. Bei der Steuerung kommt das aktuelle Kiox-Display zentral am Lenker montiert zum Einsatz, zudem steht ein leicht erreichbarer Taster links am Lenker zur Verfügung.

Als Schaltgruppe ist Shimanos Gravel-Serie GRX verbaut, hier sogar mit zwei Kettenblättern (48 und 32 Zähne) vorne. So stehen 2×11 Gänge zur Auswahl, was einem angesichts des kraftvollen Motors fast schon als zu viel des Guten erscheint. Anderseits ist es natürlich ein Vorteil, diese Reserven zu haben – wenn man sie denn mal benötigt. Die hydraulischen Scheibenbremsen stammen ebenso aus der GRX-Serie, vorne und hinten haben die Scheiben dabei einen Durchmesser von 160 mm. Mit 37 mm sind die WTB Riddler-Reifen angenehm breit, um eine komfortable Fahrt auch mit weniger Luftdruck zu ermöglichen – zudem können diese Reifen mit den verwendeten WTB-Felgen auch schlauchlos gefahren werden.

Der Lenker und Vorbau sind aus Aluminium gefertigt und stammen von Cannondale, die Sattelstütze hingegen ist aus leichtem Carbon und stammt von Promax. Letztlich komplettiert der Sattel Scoop Race Shallow von Fabric mit Titan-Gestell die Ausstattung.

Am Vorderrad ist noch eine Cannondale-spezifische Besonderheit zu finden: dort ist der Fitness-Sensor von Garmin verbaut, den man schon von anderen Bikes des Herstellers kennt. Dieser zeichnet alle Bewegungen des Rads auf und sendet die Daten an Cannondales App. So lassen sich Geschwindigkeit, gefahrene Strecke oder der Kalorienverbrauch auf dem Smartphone abbilden. Übrigens muss dazu das Smartphone nichtmal dauernd verbunden sein. Der Sensor verfügt über einen Speicher und merkt sich die Daten bis zu 30 Tage lang, ehe eine Syncronisation mit dem Smartphone notwendig wird.

Kiox-Display zentral am Lenker

Bedienung

Im Vergleich zum inzwischen etwas antiquiert wirkenden Purion-Display macht das am Topstone Neo Carbon verbaute Kiox-Display alles richtig: ein kompaktes Gehäuse, zeitgemäßes Design und ein sehr gutes Farbdisplay wurden hier vereint. Die Darstellung ist nicht nur informativ, sondern auch hübsch anzusehen – so ist die gerade aktivierte Fahrmodus mit einer jeweils eigenen Farbe gekennzeichnet. Dauerhaft sind Uhrzeit, Akkustand und Fahrmodus zu sehen, darüber hinaus lassen sich verschiedene Inhalte wie Geschwindigkeit, Reichweite, Fahrzeit oder Wattleistung einfach durchblättern. Dies geschieht dann mit dem Lenkerschalter, da sich am Kiox selbst nur zwei Tasten befinden – für das Ein- und Ausschalten des Antriebs und für das Licht (am Topstone aufgrund fehlender Lichtanlage ohne Funktion). Der Lenkerschalter ist mit fünf Tasten ausgestattet, über die sich dann Fahrmodus und Displayanzeige darstellen lassen. Der Druckpunkt der einzelnen Tasten ist hervorragend, die Bedienung in Summe sehr einfach.

Optional lässt sich das Kiox-Display übrigens auch zur Navigation nutzen, wofür es mit dem Smartphone und einer passenden App gekoppelt werden kann. Diese Funktion wurde hier zwar nicht getestet, soll aber laut Berichten nicht immer ganz so reibungslos funktionieren, wie die oben genannten Basisfunktionen.

Die Schaltung wird – ganz typisch beim Rennlenker – über die Bremshebel gesteuert: Kippt man den gesamten Hebel nach innen, wird runter geschaltet; über einen innerhalb des Bremshebels angebrachten, zweiten Kipphebel wird dann in die andere Richtung geschaltet. Klingt etwas kompliziert, funktioniert aber nach kurzer Eingewöhnung reibungslos. Aus beiden Griffpositionen des Lenkers bleiben die Hebel zum Bremsen gut und sicher erreichbar – wichtig, da man mit dem Topstone Neo ja auch auf unebenem Untergrund unterwegs ist, wo es naturgemäß etwas wackeliger zugeht.

Fahreindruck

Kommen wir zur Paradedisziplin des Topstone Neo Carbon: die Kombination aus dem vergleichsweise leichten Gesamtgewicht und dem fast schon übermotorisierten Antrieb machen das Bike zur perfekten Fahrspaß-Maschine! So bewegt sich das Rad äußert agil und direkt, was insbesondere in engen Passagen von Vorteil ist. So ist es eine wahre Freude, das Topstone über unterschiedlichsten Untergrund zu bewegen! Der Motor unterstützt dies mit seinem gewaltigen Drehmoment – und man schaltet zwischendurch auch gerne in einen niedrigeren Fahrmodus, um die Leistung des Antriebs etwas zu reduzieren.

Die Geräuschkulisse des CX-Motors ist beim Topstone Neo unter Last als eintöniges und eher tiefes Brummen zu vernehmen, welches nicht wirklich störend wirkt. Im Vergleich zum schon getesteten Canvas Neo mit gleichem Motor sind die Schaltvorgänge, insbesondere unter Last, recht unauffällig. Ein lautes Krachen beim Schalten, wie man es oft von Mittelmotoren kennt, war hier nicht so sehr zu vernehmen.

Mit seinem 500 Wh-Akku attestiert Cannondale dem Topstone Neo eine Reichweite von 125 km. Im Praxistest lässt sich dies natürlich kaum nachweisen, zu unterschiedlich sind die Einflüsse von Fahrer, Strecke und Randbedingungen. Doch lässt sich durchaus sagen, dass der Bosch-Antrieb sicherlich zu den effizienteren Modellen gehört und die Angabe der Reichweite nicht unrealistisch ist. Dem kommt zugute, dass man die 25 km/h-Grenze recht schnell hinter sich lässt, bei der der elektrischen Antrieb ohnehin abgeschaltet wird (und so auch keinen Strom verbraucht). Dies verläuft mit dem CX-Motor sehr harmonisch, dass man keinen wirklichen Übergang bemerkt. Ebenso verhält es sich dann, wenn der Antrieb unter 25 km/h wieder einsetzt.

Die Geometrie des Topstone Neo ist recht komfortabel ausgelegt: greift man den Lenker an der oberen Position, sitzt man fast schon aufrecht; im Untergriff geht es dann schon sportlicher zu, aber immer noch vergleichsweise angenehm. Auch hier kann man einmal mehr die Vielseitigkeit eines solchen Lenkers loben! Gravel-typisch ist dieser zudem nach unten weiter ausgestellt und ermöglicht so eine breitere Griffposition für mehr Kontrolle auf unebenem Untergrund.

Auch wenn sich die Aktivität des Kingpin-Fahrwerks mit bloßem Auge nicht erkennen lässt (schon gar nicht während der Fahrt), so empfindet man das Bike für ein äußerlich ungefedertes als durchaus angenehm und keinesfalls vergleichbar mit einem brettharten und steifen Alurahmen. Zusammen mit der montierten Bereifung und einem moderaten Luftdruck fährt man so recht komfortabel auch über ruppige Wege.

Sportlicher Look mit gut integriertem Antrieb

Fazit

Cannondales Topstone Neo Carbon 2 bietet dank seiner hohen Agilität Fahrspaß pur: wer sportlich unterwegs sein will, aber nicht unbedingt Sport machen bzw. angestrengt trainieren will, ist mit diesem Bike bestens bedient! Die Sitzposition ist angenehm, der Fahrkomfort vergleichsweise hoch und Leistung des elektrischen Antriebs geradezu im Überfluss vorhanden. Diese vielfältigen Eigenschaften machen das Rad nicht nur für Freizeitfahrten interessant; vielmehr ist das Topstone Neo somit tatsächlich auch eine ernsthafte Option, es für alltägliche (Pendler-)Strecken zu nutzen.

Für einen sicheren Stellplatz sollte man dann aber sorgen, denn mit 6.299 Euro zählt das Bike auch preislich zur Oberklasse – was sich aber durch die gute Verarbeitung, hochwertige Komponenten und das breite Einsatzspektrum relativiert. Zudem bietet Cannondale das exklusive Kingpin-System, welches man bei der Konkurrenz vergeblich sucht. Und wer zusätzlich noch vernünftige Argumente sucht, um dieses Bike in seine Pendlerstrecke einbinden zu können: Es lassen sich am Topstone Neo mit einer optionalen Gabelbrücke auch Schutzbleche verbauen.

Alle weiteren Informationen zum Bike gibt es auf der Website von Cannondale. Dort finden sich auch die Topstone Neo Lefty-Modelle, welche mit Cannondales einzigartiger und einarmiger Federgabel ausgestattet sind.

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