Vom Vorgänger zum aktuellen Modell

Hövding 3: Der innovative Airbag-Fahrradhelm im Test

Werbung

Was ist das denn? Eine Halskrause? Obwohl der innovative Airbag-Helm Hövding schon seit fast 10 Jahren erhältlich ist, hat diese Fahrradhelm-Alternative hierzulande noch immer einen gewissen Exotenstatus. Doch lohnt es sich durchaus, mal einen genaueren Blick auf das Ding zu werfen!

Grundsätzlich kurz zur Funktion des Hövding: hierbei handelt es sich um einen Kragen, den man um den Hals trägt. Im Inneren ist eine Sensorik verbaut, die – wenn der Hövding aktiviert ist – Bewegungsgeschwindigkeiten misst und auswertet. Ein Unfall wird dann als solcher erkannt, wenn die Bewegung des Hövding plötzlich außerordentlich stark zunimmt. Dann löst ein Airbag innerhalb von 0,1 Sekunden aus und bildet eine Schutzhaube rund um den Kopf. Damit eignet sich der Helm übrigens nur für den „normalen” Einsatz mit dem Fahrrad oder E-Bike bei relativ aufrechter Sitzposition auf der Straße. Fürs Mountainbiken wie auch für S-Pedelecs, E-Scooter oder andere Fortbewegungsmittel ist der Hövding nicht freigegeben. Die Stromversorgung für all die Technik erfolgt über einen integrierten Akku, welcher eine Laufzeit von etwa 15 Stunden ermöglicht – man muss also nicht nach jeder Fahrt neu aufladen.

Hövding: der Airbag im Kragen

Dass dieses Airbag-System übrigens nicht nur seinen Zweck erfüllt, sondern dabei sogar sicherer als ein konventioneller Fahrradhelm ist, hat eine schwedische Versicherung schon 2012 ermittelt. Im Vergleich zu eben jenen herkömmlichen Helmen muss man aber auch darauf hinweisen, dass der Hövding nur einmal auslösen kann – danach ist er zerstört. Zwar sollte ein Helm nach einem richtigen Sturz natürlich auch getauscht werden, verzeiht aber durchaus auch kleinere Missgeschicke.

Von Fehlauslösungen …

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass dieser Hövding 3 hier nicht ganz freiwillig zum Einsatz kommt. Eine schnelle Kopfbewegung nach unten war es, welche das Vorgängermodell Hövding 2.0 zum auslösen brachte. Kein Unfall, keine Fremdeinwirkung von außen und damit eher etwas aus der Kategorie „Fehlauslösung“. Ein lauter Knall und dann saß auch schon recht stramm die Haube um den Kopf. Sehr ärgerlich zwar, aber immerhin hatte dieser Hövding schon rund 5 Jahre durchgehalten – ohne dass bis dahin etwas zu beanstanden gewesen wäre! Durch sein hohes Alter konnte auch keine Garantie in Anspruch genommen werden, für neuere Modelle gibt es inzwischen aber ein Crash Replacement-Angebot, mit dem ein Ersatzhelm etwas günstiger angeboten wird.

Das jähe Ende des Hövding 2.0

… und positiven Erfahrungen

Was waren also die Beweggründe, den neuen Hövding 3 zu ordern? In erster Linie natürlich der, dass es eben kein Helm ist! Wer eine Abneigung gegen Helme hat, findet mit dem Hövding eine perfekte Lösung, um trotzdem gut geschützt auf dem Fahrrad unterwegs zu sein. Im Sommer kann man den kühlen Fahrtwind um den Kopf geniessen, im Winter schützt der Kragen dann den Hals vor allzu frischer Kaltluft. Man sieht: die Gründe für dieses System sind nicht nur rational zu erklären …

Die Handhabung des Kragens ist dabei kinderleicht: man legt ihn um den Hals, schließt den Reisverschluss an der Vorderseite von unten nach oben und lässt die Lasche mit dem runden Metallknopf einrasten. Fertig! Ein akustisches Signal gibt dann Auskunft, dass der Hövding aktiviert ist, zudem leuchtet vorne eine LED auf.

Woran man sich gewöhnen muss, ist das Gewicht des Hövding 3. Mit 840 Gramm ist dieser deutlich schwerer als gewöhnliche Fahrradhelme – und auch schwerer als das Vorgängermodell, welches knapp 700 Gramm in Größe L wog. Doch nach kurzer Umgewöhnung ging auch das höhere Gewicht des Neuen in Ordnung – wobei hier jeder für sich selbst ausmachen muss, wo die persönliche Komfortzone endet.

Vorteile des Hövding 3

Immerhin hat die Gewichtszunahme der aktuellen Hövding-Generation auch einen großen Vorteil: während es den Kragen vorher in drei unterschiedlichen Größen gegeben hat, ist jetzt nur noch eine Einheitsgröße erhältlich. Doch diese lässt sich nun dank des integrierten BOA-Systems flexibel anpassen, womit sich der Hövding dann auch saisonal adaptieren lässt – beispielsweise kann man ihn in der kalten Jahreszeit für eine Jacke darunter etwas etwas weiter tragen, im Sommer hingegen etwas enger.

Mehr als nur eine technische Spielerei ist die Smartphone-App von Hövding, welche ebenso eine Neuerung der dritten Generation ist. Diese ermöglicht es zum einen, die Software des Airbag-Systems kabellos via Bluetooth zu aktualisieren. Zudem bietet sie eine interessante Funktion namens ICE. Dies steht für In Case of Emergency und bedeutet, dass nach dem Auslösen des Airbags eine Nachricht mit der Position des vermeintlichen Unfalls an ausgewählte Kontakte gesendet wird. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass das Smartphone dabei und mit dem Hövding verbunden ist – was sicherlich nicht immer der Fall sein dürfte. Ansonsten bietet die App die Möglichkeit zur Aufzeichnung von Fahrten, zeigt den exakten Akkustand an und informiert zudem über Dinge wie eingesparte CO₂-Werte oder verbrauchte Kalorien. Wer den Hövding aber einfach nur in seiner vorgesehenen Funktion als Helm-Ersatz nutzen will, kann dies natürlich auch ganz ohne App machen.

Geladen wird der Hövding über einen modernen USB-C-Anschluss auf der Rückseite unten, welcher direkt von außen zugänglich ist (beim Vorgänger musste dazu erst der austauschbare Überzug geöffnet werden). Eine daneben positionierte LED gibt Auskunft über den Ladezustand. Während der Fahrt wird man dann akustisch informiert, wenn der Akku zuneige geht: drei längere Töne verkünden einen niedrigen Batteriestand, 10 kurze Pieptöne signalisieren einen kritischen Batteriestand. Auch hier eine überzeugende Usability, bei der man sich kaum Gedanken machen muss.

Seinen Preis wert?

Mehr Gedanken machen muss man sich hingegen beim Preis: für knapp 300 Euro ist der Hövding 3 erhältlich, was – verglichen mit normalen Fahrradhelmen – eine durchaus stolze Summe ist. Aber auch hier gilt wieder zu beachten: es ist eben kein normaler Fahrradhelm und zudem die einzige Alternative für alle, die nur ungern einen Helm tragen möchten.

Gesetzt dem Fall, dass auch dieser Hövding wieder einige Jahre hält (offiziell nennt Hövding eine Lebensdauer von bis zu sieben Jahren), geht der Preis dafür sicherlich in Ordnung; und sollte tatsächlich mal ein Unfall passieren, dürfte der Schutz des Helms ohnehin unbezahlbar sein. Dessen Wert sollte man allerdings auch bei geparktem Fahrrad beachten: hier trägt man den Hövding besser mit sich mit, denn sicher am Fahrrad anschliessen lässt er sich nicht.

Werbung

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on email
Email
Share on whatsapp
WhatsApp

Werbung

3 Kommentare zu „Hövding 3: Der innovative Airbag-Fahrradhelm im Test“

  1. Guter Artikel,
    welche vergleichbaren Produkte existieren denn, die fürs Mountainbiken wie auch für S-Pedelecs oder Rennradeln freigegeben sind?

  2. Das Crash Replacement Angebot gab es auch schon für die 2er Serie und ist nichts neues. Beim laden des Hövding 2 musst der Überzug nicht unbedingt geöffnet werden. Je nach Überzug reicht ein punktuelles Verschieben.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Werbung

Werbung

Aus dem Archiv

Partnerlinks

Dieser Artikel enthält Partnerlinks zu Webshops. Sollte es über einen dieser Links zu einem Verkauf kommen, erhalten wir eine kleine Provision. Diese hilft bei der Finanzierung dieser Website. Für den Käufer entstehen dabei keine Nachteile oder Mehrkosten!

Sponsored Post

Mit ausgewählten Partnern kann es zu bezahlten Kooperation kommen. Solche Artikel sind dann als Sponsored Post markiert.