Jetzt schon für 1.490 Euro!

Innovatives E-Bike zum Schnäppchenpreis: das Cowboy 3 im Test

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Dieses Bike gehört sicherlich nicht zum alten Eisen – obwohl es die aktuellen Umstände fast schon so erscheinen lassen: zwar wurde das Cowboy 3 erst 2020 vorgestellt, doch schon im Frühjahr diesen Jahres der Nachfolger Cowboy 4 präsentiert. Nachdem das 3er Modell weiterhin vergünstigt für 1.990 Euro im Programm geblieben ist, folgte nun eine zweite – und ziemlich drastische – Preisreduktion: bis zum 10. Dezember verkauft man das Cowboy 3 für 1.490 Euro. Zum Vergleich: das Nachfolgemodell C4 ist mit 2.490 Euro nun satte 1.000 Euro teurer! Der Test des Cowboy 3 zeigt die Qualitäten des elektrischen Singlespeed-Bikes auf, vergleicht dieses aber auch mit dem Nachfolger C4.

Design

Das Design des Cowboy Bikes ist seit Generationen konsistent – und so muss man schon einen genaueren Blick auf die Bikes werfen, um die jeweilige Modellgeneration zu erkennen. Während die ersten Modellreihen stets komplett in schwarz gehalten waren, so bieten das Cowboy 3 nun auch die Option für einen Rahmen in hellem Mineral – oder eben weiterhin in mattem Schwarz, wie hier am Testrad zu sehen ist.

Unabhängig von der Rahmenfarbe sind alle weiteren Anbauteile auch in mattschwarz gehalten und bei Cowboy scheint sehr genau darauf zu achten, dass auch dort keine fremden Logos oder Labels zu sehen sind. Einzig der Cowboy-Schriftzug schmückt das Oberrohr, ansonsten lenkt nichts von der Form des Bikes ab.

Ganz typisch für Cowboy fällt dabei vor allem das voluminöse Sitzrohr auf, denn hier verbirgt sich der herausnehmbare Akku. In diesem integriert ist ein Rücklicht, analog dazu ist ein formal identisches Frontlicht am Rahmen vorne integriert.

Zum minimalistischen Look passt auch der ebenso puristische Antrieb: bei Cowboy gibt es keine Schaltung, die Kraftübertragung übernimmt ein kompakter Hinterrad-Motor mit modernem Zahnriemen, anstatt herkömmlicher Fahrradkette.

Im Vergleich zum Nachfolger C4 gibt es das Cowboy 3 nur mit Diamantrahmen und hohem Oberrohr. Das neue C4 ist hingegen zusätzlich als C4 ST mit einem komfortablen Tiefeinsteiger-Rahmen erhältlich. Abgesehen von der Rahmenform ist das Design der Bikes aber im Wesentlichen identisch, wobei das C4 durch eine integrierte Lenker-Vorbau-Einheit mit innen verlegten Bremsleitungen nochmals suberer aussieht. Dass diese Integration aber auch Nachteile mit sich bringt, wird nachfolgend noch Thema werden.

Ausstattung

Zuerst zu den Basics: Im Cowboy 3 ist ein Nabenmotor im Hinterrad verbaut, welcher ein Drehmoment von 30 Nm bieten soll. Im Vergleich zum neuen C4 mit einem Drehmoment von 45 Nm ist der Motor des Cowboy 3 damit deutlich schwächer. Ob sich diese technischen Werte aber auch 1:1 in der Realität bemerkbar machen, darf bezweifelt werden. Zumindest sollte man besser nicht fest davon ausgehen, dass sich das neue Modell damit auch volle 50% stärker anfühlt.

Der Akku ist bietet eine Kapazität von 360 Wh, als Zahnriemen wird nun ein bewährtes Modell von Gates verwendet. Gut so, denn damit gehören die Probleme des No-Name Zahnriemens vom Vorgängermodell (hier im Test) der Vergangenheit an. Hervorzuheben ist die Motorsteuerung, welche über einen Drehmomentsensor im Tretlager erfolgt. Dort wird die Trittkraft gemessen, dem entsprechend wird dann Leistung vom Motor zur Verfügung gestellt. Tritt man stark, unterstützt der Motor ebenso kraftvoll. Tritt man hingegen nur schwach, ist auch die Motor-Unterstützung auch geringer. Die Bedienung des Antriebs erfolgt bei Cowboy (fast) komplett über das Smartphone, wodurch es keine zusätzlichen Bedienelemente am Fahrrad gibt.

Wie bereits angesprochen verfügt das Bike über Front- und Rücklicht – beide leider nicht StVZO-Zugelassen. Das Rücklicht erfüllt seinen Zweck gut und bietet sogar eine Bremslichtfunktion. Das Frontlicht hingegen ist höchstens als Positionslicht zu gebrauchen, womit man von anderen Verkehrsteilnehmern gut gesehen wird. Als richtiger Scheinwerfer, mit dem man auch selbst etwas sieht, taugt es nicht.

Die Reifen am Cowboy 3 sind mit 42 mm angenehm breit, womit sich auch über schlechtere Straßen gut rollen lässt. Als Bremsen sind hydraulische Scheibenbremsen von Tektro verbaut, der Lenker ist mit 540 mm Breite ungewöhnlich schmal – auch das ist fast schon zu einem typischen Merkmal von Cowboy geworden.

Inzwischen serienmäßig sind am Cowboy 3 Schutzbleche verbaut, welche sehr stabil aus Aluminium gefertigt und für das Bike maßgeschneidert sind. Auch diese Ausstattung trägt wohl dazu bei, dass das Cowboy 3 mit seinen (gewogenen) 18,4 kg sicherlich nicht zu den absoluten Leichtgewichten gehört. Immerhin sind die Komponenten aber solide und für den alltäglichen Einsatz ausgelegt.

In diesen Punkten ist das Cowboy 3 besser als das Cowoby 4

Optisch auffallend ist am C4 die neue Lenker-Vorbau-Einheit, welche nicht nur die Bremsleitungen innen verlegt hat, sondern auch einen induktives Ladegerät samt Halterung fürs Smartphone integriert hat. Hier kann das Cowboy 3 nur einen regulären Vorbau mit klassischer Lenker-Befestigung bieten.

Doch gerade durch diese Standard-Komponenten bietet das Cowboy 3 einen echten Vorteil, bei dem das C4 nicht mithalten kann: So lassen sich nämlich Lenker und Vorbau ganz einfach gegen andere Teile tauschen. Gerade in Hinblick darauf, dass die Cowboy-Bikes nur in einer Rahmengröße erhältlich sind, ergeben sich dadurch wertvolle Optionen. So können große Fahrer:innen einen längeren Vorbau montieren, Kleine einen entsprechend kürzeren. Man will mehr Komfort? Dann bietet sich ein höherer Vorbau an, alternativ kann man auch einen gefederten Vorbau verbauen. Gleiches gilt für den Lenker: wem der reguläre Lenker zu schmal ist, der baut einfach ein breiteres Modell an. Noch besser aber: man verbaut den Lightskin-Lenker mit integriertem Scheinwerfer und hat somit ein sauber integriertes, StVZO-zugelassenes Frontlicht am Rad. Optionen, die der Nachfolger schlicht nicht bieten kann!

Grundsätzlich sollte man bei der Nachrüstung solcher Teile aber auch darauf achten, das minimalistische Erscheinungsbild des Cowboy-Bikes nicht zu zerstören. Achtet man auf mattschwarze Teile mit möglichst wenigen und dezenten Logos, dürfte das Ergebnis aber durchaus ansehnlich werden. Eine Auswahl an empfehlenswerten Teilen wäre der eben genannte Lightskin-Lenker, der erst kürzlich hier getestet wurde. In Kombination damit bietet sich der Cannondale C3 Intellimount Vorbau an: dieser bietet mittig eine Halterung von SP Connect (hier auch schon getestet), wodurch sich das Smartphone ähnlich elegant wie am C4 befestigen lässt – nur eben ohne Ladefunktion. Wer es komfortabler mag, sollte sich die Teile von RedShift ansehen: der mattschwarze Vorbau ist gefedert, ebenso gibt es eine passende Sattelstütze.

Bedienung

Kein anderer Hersteller setzt so konsequent auf die Nutzung des Smartphones wie Cowboy: wer den elektrischen Antrieb nutzen möchte, muss diesen per Smartphone aktivieren – was so manche User mit leerem Smartphone zur Verzweiflung gebracht hat. Durch ein Update ist es daher inzwischen möglich, das Bike durch kurzes Entnehmen und Einsetzen des Akkus zu aktivieren.

Hat man sich aber an die konsequente Smartphone-Integration gewöhnt, lernt man diese allerdings schnell zu schätzen: so lässt sich damit das Bike – dank des verbauten GPS-Senders – stets orten. Zudem steht eine gut nutzbare Navigation zur Verfügung, die sogar Routen mit möglichst guter Luftqualität auswählen kann.

Praktisch ist auch die Auto-Lock/Unlock-Funktion: nähert man sich dem Cowboy, erkennt einen das Rad drahtlos per Bluetooth aktiviert den Antrieb. Entfernt man sich vom Bike, wird es per Software gesperrt. Mit einem Fahrradschloss anschliessen sollte man das Cowboy-Bike trotzdem, da es keine mechanische Sicherung vor Diebstahl bietet. Ein Dieb könnte auch einfach ohne elektrischen Antrieb damit losfahren – dann erfolgt aber eine Meldung auf dem Smartphone, dass das Bike entwendet wurde.

Und wo wir gerade bei Meldungen sind: im Cowboy ist eine Unfallerkennung integriert! Sollte man stürzen, erkennt das Rad diesen Vorgang als Unfall und kann dann über das Smartphone vorher definierte Kontaktpersonen alarmieren. Dabei wird der genaue Standort des vermeintlichen Unfalls übermittelt.

In Summe ziemlich viele und außergewöhnliche Features, die in Cowboys App zudem leicht zu bedienen sind. Und klar, reguläre Infos wie Geschwindigkeit, verbleibende Akku-Kapazität bzw. Reichweite sind ohnehin Standard und müssen hier kaum erwähnt werden. Im Vergleich zum neuen C4 soll die Software übrigens für beide Modelle kompatibel sein – als Cowboy 3-Nutzer soll man also dieselben Software-Features wie beim C4 zur Verfügung haben.

Auch wenn es am Bike selbst keine Bedienelemente für den elektrischen Antrieb gibt, so ist am Oberrohr immerhin eine kleine Anzeige verbaut, die über den Akkustand informiert: LEDs zeigen hier an, wie voll die Batterie noch ist. Zum aufladen muss der Akku dann stets aus dem Bike herausgenommen werden, was einem aber durch die Position des Akkus jedoch recht einfach gemacht wird.

Abgesehen von den elektronischen Finessen gibt es bei einem solchen Singlespeed-Rad recht wenig in Hinblick auf die Bedienung zu sagen. Zwei Pedale, zwei Bremsen, sonst nichts – los geht’s!

Fahreindruck

Ein leiser Motor, solider Gates-Zahnriemen und eine nahezu perfekte Motorsteuerung: beim Antrieb des Cowboy 3 gibt es nichts zu bemängeln, was angesichts des Preises wirklich erstaunlich ist. Die Unterstützung des Motors ist dank des Drehmomentsensors äußerst natürlich und kommt dem Gefühl des klassischen Fahrradfahrens sehr nahe – nur dass dies bei einem E-Bike eben deutlich müheloser und schneller vonstatten geht. Der Motor ist dabei kaum wahrnehmbar, was perfekt zum lautlosen Zahnriemen passt.

Und trotzdem muss man grundsätzlich für sich selbst klären, ob man der Typ für einen solchen Singlespeed-Antrieb ist: zwar macht es einem der Motor beim Anfahren leicht, bei höhreren Geschwindigkeiten tritt man aber umso schneller. Zwar ist die Übersetzung am Cowboy 3 mit einem Übersetzungsverhältnis von 2.8:1 gut gewählt, allerdings ist die Kadenz oberhalb von 30 km/h dann doch ziemlich hoch. Leichte Steigungen bezwingt man mit dem Cowboy recht mühelos; je steiler es aber wird, desto öfter muss man aus dem Sattel gehen. Wer aber hauptsächlich in der Ebene und meist bei Geschwindigkeiten bis 30 km/ unterwegs ist, sollte gut mit dem Singlespeed-Konzept zurecht kommen.

Da die Stadt das bevorzugte Terrain des Cowboy ist, macht sich hier übrigens auch der schmale Lenker ganz gut: nach kurzer Eingewöhnung lernt man das flinke und agile Fahrverhalten zu schätzen und in engen Passagen hat man kaum Sorge, irgendwo hängen zu bleiben.

Insgesamt ist die Sitzposition eher als sporltlich zu bezeichnen, wobei hier auch viel von der Größe des Fahrers bzw. der Fahrerin abhängt. Cowboy selbst nennt die Rahmengröße als optimiert für Fahrer:innen von 170 bis 195 cm; mit meinen 185 cm empfand ich das Bike als passend, wobei ich damit auch fast in der Mitte des Größenbereichs liege.

Fazit

Das Cowboy 3 überzeugt mit seinem sehr natürlichen Antrieb dank Drehmoment-Steuerung, zudem verfügt es über einen herausnehmbaren Akku – beides keine alltäglichen Features im Segment der minimalistischen Singlespeed E-Bikes. Auch der integrierte GPS-Sender, die App-Anbindung und umfangreiche Software-Funktionen sucht man bei der Konkurrenz meist vergeblich, was das Cowboy 3 zu einem sehr innovativen Bike macht. Umso verblüffender ist dabei der Preis von derzeit nur 1.499 Euro (bis 10. Dezember 2021) – denn damit ist das Cowboy 3 auch noch ein echtes Schnäppchen!

Doch gibt es durchaus auch Punkte, die zu kritisieren sind: zwar sind die Komponenten für den alltäglichen Einsatz durchaus in Ordnung, doch zeigte sich zum Beispiel an der anfälligen Lackierung des Rahmens, dass man bei Cowboy an gewissen Punkten auch sparen muss. Und dann ist da noch der Rahmen in Einheitsgröße: wer sich am Anfang oder Ende der von Cowboy genannten Größenskala befindet, sollte das Rad im Vorfeld besser zur Probe fahren, um die eigene Sitzposition zu testen.

Doch immerhin finden sich am Cowboy 3 noch einige Optionen zur individuellen Anpassung am Lenker – so kann man nicht nur seine Sitzposition verbessern, sondern auch Zusatzfunktionen wie einen gefederten Vorbau oder einen im Lenker integrierten Scheinwerfer recht einfach nachrüsten. Möglichkeiten, die das neue Cowboy C4 nicht mehr bieten wird. So bleibt abschliessend festzustellen: das Cowboy 3 ist aktuell interessanter denn je!

Update: Nachdem das Cowboy 3 zwischenzeitlich als ausverkauft markiert war, ist es aktuell wieder erhältlich. Der Preis liegt nun aber deutlich höher – 2.090 Euro kostet das Bike jetzt! Damit ist das Cowboy 3 zwar nach wie vor ein gutes Angebot, zumal sich ja an den oben genannten Qualitäten nichts geändert hat. Derlei drastische Preissprünge dürften aber trotzdem auch für Unmut und Verunsicherung bei Kunden und Interessierten sorgen …

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1 Kommentar zu „Innovatives E-Bike zum Schnäppchenpreis: das Cowboy 3 im Test“

  1. Vielen Dank für Deinen ausgiebigen Test und den Preistipp. Ich hatte das Glück, das Rad zu diesem Preis zu erwerben. Die Lieferzeit war innerhalb von 14 Tagen kein Problem. Das gelieferte Bike im soliden Pappkarton war schnell ausgepackt. Nur noch Lenker gerade biegen und Pedalen angebracht. Los ging’s. Schutzbleche schon an Bord. Lichter und Katzenaugen und Klingel im Beipackzettel wie beschrieben.
    Das Fahrgefühl: Hammer. Motor nicht hörbar, Riemen nicht hörbar. Freilauf hörbar, super gut, um vorher fahrende oder spazierende Menschen zu warnen. Übersetzung klasse. Ein kontinuierliches Radeln mit 28 km/h kein Ding. Ich bin total begeistert. Puristik, Fahrgefühl und sportliches Biken in Perfektion bei einer tollen Optik. Es ist das beste Rad, was ich bisher gefahren bin. Wahnsinn.

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