Vergleich der 2021er Modelle

Smartes Trio im Vergleich: VanMoof S3, Cowboy S4 und Veloretti Electric

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Sie sind nur online erhältlich, locken mit vergleichsweise günstigen Preisen und bieten recht neue Features wie integrierte GPS-Module und umfangreiche App-Konnektivität: auf den ersten Blick scheinen sich die Bikes von VanMoof, Cowboy und Veloretti also durchaus ähnlich. Und doch unterscheiden sie sich grundlegend, wie sich in diesem Vergleich zeigt.

Für den 2021er Jahrgang gab es beim VanMoof einige Neuerungen, darunter die Unterstützung von Apples Find My-Netzwerk oder der optionale Zusatzakku. Zudem sollen die bislang recht dunkle Anzeige auf dem Oberrohr und die teils ruppig arbeitende Schaltung verbessert worden sein – beides Punkte, die schon hier im Test bemängelt wurden. Und trotz dieser Updates ist das VanMoof bereits das älteste Modell dieser Übersicht! Grund hierfür ist das im April vorgestellte Cowboy C4 sowie das ganz neue Veloretti Electric. Beide Modelle sind noch nicht erhältlich, können aber bereits vorbestellt werden. Die Auslieferung soll dann schon in den nächsten Wochen bei Veloretti und im September bei Cowboy erfolgen.

Eine Frage des Antriebs

Die aus technischer Sicht gravierendsten Unterschiede der drei Bikes lassen sich beim Antrieb ausmachen: So ist das Cowboy als reinrassiges Singlespeed-Modell konzipiert, verfügt also über keine Gangschaltung. Der Motor sitzt im Hinterrad und bietet mit 45 Nm etwas mehr Drehmoment als es noch beim Vorgänger der Fall war. Die Kraftübertragung erfolgt über einen Zahnriemen, der sauber, leise und fast verschleissfrei arbeitet. Zur Steuerung des E-Antriebs kommt ein Drehmomentsensor zum Einsatz. Je mehr Kraft ins Pedal gegeben wird, desto stärker unterstützt hier der Motor – was ein recht natürliches Fahrgefühl erzeugt, das einen aber auch zur Mitarbeit nötigt. Passend dazu ist die Haltung auf dem Rad recht sportlich, der Lenker zudem ungewöhnlich schmal.

Moderater geht es beim VanMoof zu: Eine Nabenschaltung im Hinterrad bietet hier vier Gangstufen, die elektronisch und automatisch geschaltet werden. Dies macht die Fahrt für FahrerInnen zwar weniger anstrengend, bringt aber auch Nachteile mit sich: da es keine Hinweise auf einen anstehenden Schaltvorgang gibt, wirkt die Arbeit der Schaltung etwas ruppig und bringt einen dadurch manchmal aus dem Tritt. Auch gibt es hier keinen Drehmomentsensor, stattdessen wird nur die Drehung des Pedals gemessen. Entsprechend der gewählten Fahrstufe erfolgt die Motor-Unterstützung dann eher linear. Außergewöhnlich ist der Boost-Taster, mit dem sich auf Knopfdruck die maximale Motor-Power zuschalten lässt. Auf einen Zahnriemen verzichtet VanMoof übrigens, stattdessen kommt eine reguläre Fahrradkette zum Einsatz. Diese ist in einem geschlossenen Kettenkasten verbaut und so vor Witterungseinflüssen von außen geschützt. Zusammen mit der aufrechten und bequemen Sitzposition und dem nach hinten geschwungenem Lenker spricht das VanMoof eher komfortorientierte FahrerInnen an, die es bequem haben wollen.

Ähnlich dürfte auch die Sitzposition auf dem Veloretti ausfallen, doch technisch unterscheidet sich dieses Bike deutlich von den beiden anderen. So setzt man hier auf einen 65 Nm starken Mittelmotor von Bafang, welcher mit einem Automatikgetriebe im Hinterrad kombiniert wird. Im Vergleich zur Viergang-Nabe vom VanMoof kommt hier aber das stufenlose Getriebe von Enviolo zum Einsatz. FahrerIn gibt die gewünschte Trittfrequenz ein und das Getriebe wählt dann automatisch die möglichst passendste Übersetzung aus. Und da es sich um ein stufenloses Getriebe handelt, sind so auch keine Schaltvorgänge spürbar. Zudem verbaut auch Veloretti den sauberen und leisen Zahnriemen von Gates anstatt einer traditionellen Fahrradkette.

Akku-Reichweite

Konkrete Angaben zur Reichweite der E-Bikes sind in der Realität kaum realistisch wiederholbar, da es einfach zu viele einflussgebende Faktoren abseits der verbauten Technik gibt (Eigenleistung FahrerIn, Topografie, Strecke etc). Was sich aber sagen lässt: das Cowboy bietet mit einer Kapazität von 360 Wh sicherlich die geringste Reichweite, zumal auch durch den Singlespeed-Antrieb tendenziell mehr elektrische Unterstützung abgerufen wird als bei Bikes mit einer Schaltung. Vorteil beim Cowboy ist aber, dass sich der Akku entnehmen und auch an einer weiter vom Rad entfernten Steckdose aufladen lässt.

Dieses Feature bietet VanMoof nicht: hier ist der Akku fest im Rahmen verbaut, das Bike muss also stets in der Nähe einer Steckdose aufgeladen werden. Immerhin ist aber der Akku mit 504 Wh Kapazität deutlich größer, wodurch auch weniger Ladevorgänge nötig sind. Und wer noch mehr Kapazität braucht, kann seit Neuestem die optionale Power Bank – ein Zusatzakku mit weiteren 378 Wh – erwerben.

Das Beste aus beiden Ansätzen findet man schließlich im Veloretti: hier bietet der Akku ebenfalls eine recht hohe Kapazität von 504 Wh, ist allerdings auch zum Aufladen herausnehmbar!

Von Gemeinsamkeiten …

Neben den recht unterschiedlichen Konzepten der drei Bikes finden sich dann doch auch einige Gemeinsamkeiten. Das fängt schon beim Gewicht an: hier ist das Cowboy mit 19 kg das leichteste Modell, allerdings ist der Abstand zu den beiden Mitbewerbern (im Gegensatz zum Vorgänger Cowboy 3) nicht mehr allzu groß. Sowohl das Veloretti, als auch das VanMoof bringen rund 21 kg auf die Waage – insbesondere beim Veloretti ein recht beachtlicher Wert, da Mittelmotor-Bikes meist etwas schwerer sind als solche mit Nabenmotoren!

Gebremst wird an allen Modellen über hydraulische Scheibenbremsen, zudem sind alle Bikes mit Schutzblechen ausgestattet. VanMoof und Veloretti liefern auch gleich noch einen Fahrradständer und eine Klingel (beim VanMoof elektronisch) mit. Beim Cowboy hingegen ist der Fahrradständer eine Option, zudem gibt es einen hinteren Gepäckträger auf Wunsch. Diesen kann man bei VanMoof ebenso optional erwerben, auch gibt es dort auch ein passendes Modell für die Front.

Alle drei Bikes verfügen über eine elegant integrierte Lichtanlage mit gut sichtbaren Rücklichtern. Vorne bietet allerdings nur das VanMoof einen richtigen Scheinwerfer, bei den beiden anderen handelt es sich leider nur um Positionsleuchten, um im Straßenverkehr gesehen zu werden.

Eine Federung sucht man an allen Bikes vergeblich, allerdings sind sie durchweg mit recht breiten Reifen um die 50 mm ausgestattet. Diese lassen sich auch mit vergleichsweise wenig Luftdruck fahren, wodurch kleine Unebenheiten besser gedämpft werden.

… und Unterschieden

Auch wenn alle drei Bikes hier als Smart-Bikes bezeichnet werden, gibt es doch einige Unterschiede: zwar ist die App von Veloretti noch nicht erhältlich, doch lässt der Funktionsumfang bereits einige Rückschlüsse zu: eine Ortung per GPS ist dort ebenso vorhanden, wie eine Navigationsfunktion. Motor und Licht lassen sich steuern, ebenso kann das Bike via App Updates erhalten. Soweit alles ganz gut – doch bieten die Mitbewerber wohl noch mehr Funktionen.

So gibt es beim VanMoof eine integrierte Alarmanlage, die – sollte das Bike im gesperrten Zustand bewegt werden – einen akustischen Alarm auslöst. Zudem wird man per App über den Vorfall informiert. Eine ähnliche Funktion gibt es bei Cowboy, allerdings ohne den Alarmton. Auch lassen sich beide automatisch via App entsperren, wenn man in die Nähe des Bikes kommt. Beim Cowboy wird das Rad dabei nur Software-seitig entsperrt, d. h. der elektrische Antrieb ist erst dann verfügbar. Das VanMoof hingegen verfügt über ein richtiges Rahmenschloss, welches das Hinterrad mechanisch blockiert. Zwar bietet auch Veloretti ein konventionelles Rahmenschloss von Abus, dieses wird aber ganz gewöhnlich „analog“ bedient.

Bei den Komponenten setzen sowohl Cowboy als auch VanMoof noch konsequenter auf Eigenentwicklungen: So sind an beiden Bikes die eigens angefertigten Bremshebel bündig im Lenker integriert, was für eine cleane Optik sorgt. Das Cowboy leitet zudem die Bremskabel direkt am Lenker in den Rahmen, wodurch diese kaum noch zu erkennen sind. Zudem gibt es hier eine integrierte Smartphone-Halterung am Vorbau, die das Gerät auch drahtlos aufladen kann! Im Vergleich dazu zeigt sich das Cockpit des Veloretti eher konventionell mit herkömmlichen Bremshebeln, Griffen und offen verlegten Leitungen.

Die drei Bikes im direkten Vergleich

Die wesentlichen Unterschiede der drei Bikes lassen sich in dieser Tabelle vergleichen:

VanMoof S3 (2021)Cowboy C4Veloretti Electric Ace
MotorNabenmotor im Vorderrad,
59 Nm Drehmoment,
Drehzahlsensor
Nabenmotor im Hinterrad,
45 Nm Drehmoment,
Drehmomentsensor
Mittelmotor von Bafang,
65 Nm Drehmoment,
Drehmomentsensor
Akku504 Wh Kapazität,
fest im Rahmen verbaut
360 Wh Kapazität,
herausnehmbar
504 Wh Kapazität,
herausnehmbar
Antrieb4-Gang Automatikgetriebe
(Nabenschaltung) mit Kette
Singlespeed-Antrieb
mit Zahnriemen
Stufenloses Automatikgetriebe
von Enviolo mit Zahnriemen
BremsenHydraulische ScheibenbremsenHydraulische ScheibenbremsenHydraulische Scheibenbremsen
Bereifung28 Zoll,
50 mm Breite
27,5 Zoll,
49 mm Breite
28 Zoll,
47 mm Breite
Serien-AusstattungSchutzbleche,
Ständer,
Rahmenschloss,
Klingel
SchutzblecheSchutzbleche,
Ständer,
Rahmenschloss,
Klingel
Optionale AusstattungGepäckträger vorne und hinten
Zusatzakku
Gepäckträger hinten
Ständer
LichtanlageIntegrierter Scheinwerfer mit 40 Lux und RücklichtIntegriertes Positionslicht vorne und RücklichtIntegriertes Positionslicht vorne und Rücklicht
Smart-FeaturesTracking per GPS,
Navigation,
Antriebs-Einstellungen,
Over the air-Updates

Entsperren per App,
Apple Find My-Unterstützung,
Alarmanlage mit Sound
Tracking per GPS,
Navigation,
Antriebs-Einstellungen,
Over the air-Updates

Entsperren per App,
Alarmanlage per App-Benachrichtigung,
Kabelloses Laden für’s Smartphone
Tracking per GPS,
Navigation,
Antriebs-Einstellungen,
Over the air-Updates,
Alarmanlage per App-Benachrichtigung
RahmengrößeOne-size für 170-210 cm große FahrerInnenOne-size für 170-195 cm große FahrerInnenOne-size für 173-200 cm große FahrerInnen
FarbenDark (Grauschwarz)
Light (Hellblau)
Schwarz
Sand
Khaki
Schwarz
Hochglanz-Schwarz
Graphit
Gewicht21 kg19 kg21 kg
VertriebsmodellOnline-DirektvertriebOnline-DirektvertriebOnline-Direktvertrieb
Rückgabe-Möglichkeit14 Tage30 Tage30 Tage
Garantie3 Jahre2 Jahre2 Jahre
Preis2.198 Euro2.490 Euro2.399 Euro*

*Einführungspreis, später 2.799 Euro

Kleine Unterschiede bei den Bikes mit Komfortrahmen

Neben den Modellen mit Diamantrahmen gibt es alle drei Bikes auch mit einem Komfortrahmen – und diese zeigen sich dabei äußerst vielfältig! Veloretti geht auf Nummer Sicher und stellt dem Ace einen typischen Trapezrahmen zur Seite, diese Modell heißt dann Ivy. Cowboy geht noch einen Schritt weiter und bietet einen klassischen Tiefeinsteiger-Rahmen an. ST ist dabei der Namenszusatz und steht ganz passend für Step Through. Radikal ist hingegen der Ansatz von VanMoof: das X3 genannte Modell hat einen völlig eigenen Rahmen und setzt dabei auch auf deutlich kleinere Laufräder im 24″-Format. So entsteht ein insgesamt deutlich kompakteres Bike, das auch für FahrerInnen ab 155 cm Körpergröße passen soll. Abgesehen davon entsprechen die Komfortrahmen-Modelle bei Technik und Ausstattung ihren Pendants mit Diamantrahmen.

VanMoof X3 (2021)Cowboy C4 STVeloretti Electric Ivy
Bereifung24 Zoll27,5 Zoll28 Zoll
RahmengrößeOne-size für 155-200 cm große FahrerInnenOne-size für 160-190 cm große FahrerInnenOne-size für 164-184 cm große FahrerInnen
FarbenDark (Grauschwarz)
Light (Hellblau)
Schwarz
Sand
Khaki
Schwarz
Desert-Green
Pebble-Grey

Fazit

Wie sich im direkten Vergleich zeigt, unterscheiden sich die Bikes teils deutlich – einen Sieger bzw. das Beste der drei Bikes zu küren macht somit nicht wirklich Sinn. Das Cowboy passt mit dem minimalistischen Singlespeed-Antrieb und der eher sportlichen Ausrichtung für aktive Fahrer, die eher im Flachen unterwegs sind und auf einen herausnehmbaren Akku und die smarten Features Wert legen. Komfortorientierte FahrerInnen werden eher bei VanMoof und Veloretti fündig, die mit ihren Gangschaltungen das Fahren auch in hügeligen Gegenden einfacher machen. Zwar bietet das VanMoof mehr smarte Features und ein fest integriertes Rahmenschloss, doch dürfte das neue Veloretti Electric für viele Interessierte eine wirklich interessante Alternative darstellen. So bietet das Bike den stärkeren Antrieb mit besserer Schaltung und einen herausnehmbaren Akku!

Nach der aktuellen Preiserhöhung von VanMoof sind die E-Bikes auch preislich zusammengerückt. So sind S3 und X3 mit nun 2.198 Euro nach wie vor am günstigsten, das Cowboy ist hingegen knapp 200 Euro teurer. Dazwischen liegt aktuell das Veloretti, welches zum Einführungspreis von 2.399 Euro zu haben ist – allerdings soll der reguläre Preis später bei 2.799 Euro liegen. In allen Fällen muss KäuferInnen dabei klar sein, dass es sich dabei um Direktvermarkter handelt und Reparatur- bzw. Garantiefälle unter Umständen etwas umständlicher vonstatten gehen können.

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3 Kommentare zu „Smartes Trio im Vergleich: VanMoof S3, Cowboy S4 und Veloretti Electric“

  1. Auf der der Veloretti Seite steht, es soll 59er Rahmen sein.
    Kann man das wirklich mit einer Körpergröße von 174cm fahren?

    1. Habe das Veloretti Freitag bekommen und finde, dass sich der Rahmen eher an größeren Menschen orientiert. Bin 192cm und die Sitzhöhe passt gut nur den Lenker muss ich noch höher bauen.

  2. UrbanBike.News | Oliver

    Optimal wird es sicherlich nicht sein, wenn man sich am unteren oder auch oberen Ende dieser Skala bewegt. Da hilft wenig, außer es mal selbst auszuprobieren oder gleich den Komfortrahmen in Betracht zu ziehen …

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