Kids on Tour

Lastenrad vs. Fahrradanhänger – zwei Optionen zum Transport von Kindern im Vergleich

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Der Herbst beginnt, das Wetter zeigt sich aktuell nochmals von der besten Seite und im ganzen Land hat inzwischen das neue Schul-, Kindergarten und KITA-Jahr begonnen. So manche(r) wird in diesem Zusammenhang sicherlich auch überlegen, mit welchem Gefährt man die Kids dafür am besten transportieren kann: mit dem Fahrrad bzw. E-Bike und einem entsprechenden Anhänger, oder lieber gleich und ganz en vogue mit einem Lastenrad. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte beider Konzepte und zeigt die jeweiligen Vor- bzw. Nachteile.

Fahrradanhänger: der flexible Klassiker

Schon lange bevor der Hype ums Cargobike entstanden ist, war der Fahrradanhänger die erste Wahl zum Transport von Kindern und anderen Lasten. Und nach wie vor sprechen für einen solchen Anhänger einige Punkte:

So kann man – zumindest in den allermeisten Fällen – sein vorhandenes Tourenrad, Stadtrad, Trekking- oder Urban Bike auch mit einem Fahrradanhänger benutzen. Dieser wird mit einer Kupplung, zumeist befestigt an der Hinterachse, am Fahrrad verbunden. Hersteller von Anhängern bieten dabei ein umfangreiches Sortiment an Universalkupplungen, Steckachsen oder Adaptern, die fast jedes Fahrradmodell unterstützen.

Eine solche Kupplung genügt zur Befestigung eines Anhängers

Doch die weitere Nutzung des eigenen Bikes bringt einem nicht nur eine Kostenersparnis – schließlich ist ein Fahrradanhänger allein deutlich günstiger als ein komplettes Lastenrad. Auch die Möglichkeit, das für sich passende Bike mit der entsprechenden Rahmengeometrie weiterhin nutzen zu können, ist ein nennenswerter Vorteil. Lastenräder sind hingegen meist nur in einer Einheitsgröße erhältlich, womit kleine oder große Fahrer:innen zwangsläufig einen Kompromiss eingehen müssen. Auf Kurzstrecken ist dies zwar sicherlich verschmerzbar – wer aber häufige und lange Touren einplant, wird die Sitzposition auf einem perfekt passenden Bike zu schätzen wissen!

Ein weiterer Pluspunkt ist die Flexibilität, die man mit einem Anhänger hat: man benutzt ihn eben nur dann, wenn man ihn auch wirklich braucht! In allen anderen Situationen nutzt man sein Fahrrad wie gewohnt – ohne dabei eine leere Ladefläche durch die Gegend fahren zu müssen, wie es beim Lastenrad der Fall wäre. Braucht man den Anhänger nicht, lässt er sich in den meisten Fällen flach zusammenfalten.

Zur Flexibilität zählt auch, dass sich ein solcher Anhänger von mehren Fahrer:innen nutzen lässt. Beispiel: So können die Kinder morgens von der Mutter auf dem Weg ins Büro mit dem Anhänger zum Kindergarten gebracht werden. Dieser kann dann dort verbleiben und der Vater holt nachmittags die Kinder mit dem Anhänger wieder ab. Und: ohne Fahrrad kann ein Anhänger zudem als Kinderwagen genutzt werden, da sich die Deichsel mit der Anhängerkupplung meist ganz einfach durch ein drittes Stützrad austauschen lässt. So kann man sein Ziel mit Fahrrad und Anhänger erreichen, dort angekommen wird der Anhänger dann als Kinderwagen genutzt.

Alles bestens also mit einem Anhänger? Nicht ganz, natürlich hat auch ein solcher Anhänger seine Nachteile. Fangen wir beim Handling an: die zweiteilige Zusammensetzung aus Fahrrad und Anhänger führt zu einem recht langen Gespann von rund 3,5 Metern Länge. Diese Abmessungen sind nicht nur bei der Fahrt zu berücksichtigen, sondern auch im geparkten Zustand: Nicht jeder wird dieses Duo am Stück abstellen können, wodurch ein ständiges An- und Abkuppeln des Anhängers nötig wird. Zudem sollte auch eine ausreichend große Fläche zur Aufbewahrung des Hängers vorhanden sein. Zwar lässt sich dieser flach einklappen, die Grundfläche bleibt aber meist unverändert groß. In Summe kann die Kombination aus Fahrrad und Anhänger also durchaus mehr Parkfläche beanspruchen als ein Lastenrad alleine.

Ein weiterer Aspekt betrifft dann eher die gefühlte Sicherheit, insbesondere wenn man Kinder transportiert: Im Anhänger befinden sich die Kleinen mit recht großem Abstand hinter einem und es fehlt zudem der direkte Kontakt, der beispielsweise bei einem Kindersitz noch gegeben ist. Faktische Nachteile lassen sich durch diese Anordnung sicherlich kaum belegen – und trotzdem hat man ein besseres Gefühl, wenn sich die Fahrgäste im Blickfeld vor einem befinden.

Letztlich noch ein Hinweis zur Verkehrssicherheit: wie eingangs erwähnt, lässt sich ein Anhänger an fast jedes Bike montieren. Ob dieses Fahrrad aber auch den gestiegenen Anforderungen standhält, muss man dabei selbst abwägen. Zwar gibt es inzwischen einige Fahrradhersteller, die explizit die Nutzung ihrer Bikes mit Anhängern bewerben – doch hilft einem das bei einem vorhandenen und gegebenenfalls schon älteren Fahrrad natürlich auch nicht weiter. Beachten sollte man zum Beispiel die gestiegenen Anforderungen an die Bremsanlage durch das höhere Gewicht. Wer Zweifel hat, erkundigt sich besser bei einem fachkundigen Händler.

Cargobike: all-in-one Transporter

Seit einigen Jahren schon ist das Lastenrad in aller Munde – allein das ist schon ein Zeichen, dass es sich dabei mehr als einen kurzfristigen Trend handelt. Und tatsächlich bietet es, insbesondere zum Transport von Kindern, ganz praktische Vorteile:

Viele dieser Vorteile beziehen sich dabei auf die eben genannten Nachteile des Anhängers: so sitzen bei fast allen Lastenrädern die Fahrgäste vor dem/der Fahrer:in, was für einem besseres Sicherheitsgefühl sorgt. Bedingt durch die Nähe lassen sich zudem einfacher Gespräche untereinander führen.

Durch ihren Einsatzzweck als Lastentransporter sind die Komponenten von Cargobikes auch auf das höhere Gewicht von vornherein ausgelegt. Man sollte also davon ausgehen können, dass der Hersteller zum Beispiel die Bremsanlage oder den elektrischen Antrieb auf das mögliche Gesamtgewicht des Bikes passend abgestimmt hat.

Die Stellfläche von Lastenrädern ist nicht unbedingt größer als bei der Kombination aus normalem Fahrrad und Anhänger. Zudem gibt es inzwischen auch einige Lastenrad-Modelle, die besonders kompakt und kaum größer als ein reguläres Fahrrad sind (zum Beispiel bei Yoonit oder Muli). Natürlich entfällt hier auch das stetige An- und Abkuppeln eines Anhängers – man hat die Ladefläche ja stets dabei.

Genau dieser Aspekt führt uns dann aber auch zu den Nachteilen des Lastenrads: denn hier stellt sich jeweils ganz individuell die Frage, wie oft man denn tatsächlich diese große Transportfläche benötigt. Ist dies mehrheitlich der Fall, dann macht ein Lastenrad sicherlich Sinn. Wer aber nur selten große Lasten oder Kinder transportiert, fährt auf allen anderen Fahrten ein unnötig großes, sperriges und schweres Gefährt durch die Gegend!

Dieses Gewicht und die Größe nehmen auch Einfluss auf die Fahreigenschaften – ein Faktor, den man nicht unterschätzen sollte. Besonders bei sehr langen und zweirädrigen Modellen sollte man etwas Übungszeit einplanen: das Handling von Cargobikes unterscheidet sich nämlich deutlich von gewöhnlichen Fahrrädern.

Und auch preislich bewegen sich Lastenrädern auf einem deutlich höheren Niveau als normale Fahrräder (ohne Anhänger): elektrisch angetriebene Modelle starten meist bei rund 4.000 Euro, nach oben scheinen hingegen kaum Grenzen gesetzt zu sein. Allerdings kann es sich hierbei durchaus lohnen, nach Förderprogramme von Städten und Ländern Ausschau zu halten – oftmals wird der Kauf eines Lastenrads bezuschusst!

Fazit

Was ist nun also besser, das Lastenrad oder ein Anhäger? Pauschal lässt sich hier keine Antwort geben, es hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab.

Wer beispielsweise möglichst flexibel sein will, ist wahrscheinlich mit einem Fahrradanhänger besser beraten. Dieser kann recht einfach von verschiedensten Bikes gezogen werden. Vor allem aber kann er einfach zu Hause bleiben, wenn man ihn mal nicht benötigt. Dies gilt besonders dann, wenn man ohnehin ein passendes Fahrrad besitzt, mit dem man auch zufrieden ist. Auch wer nur selten diese Transportmöglichkeit benötigt, ist mit einem Anhänger gut beraten.

Anders sieht es für alle jene aus, die wirklich oft diese Ladefläche nutzten – nicht nur zum Kindertransport, sondern auch für die alltäglichen Einkäufe. Hier punktet dann das Cargobike, das dann tatsächlich als Auto-Ersatz dienen kann. Die Abmessungen von Lastenrädern sollte man dabei aber beachten, zumal das Gefährt irgendwo geparkt werden muss. Allerdings gibt es inzwischen vielfältige Varianten, was die Größe dieser Bikes betrifft.

Wer ein bereits vorhandenes Fahrrad verwendet, fährt mit dem Anhänger am günstigsten. Wer aber ohnehin noch kein Bike besitzt (oder das vorhandene nicht mit einem Anhänger nutzen kann/will), zahlt unter Umständen nicht mehr – zumal der Kauf von Lastenrädern derzeit häufig bezuschusst wird.

Long John Lastenrad von Riese & Müller

Auch das Alter und die Größe der Kinder spielt eine Rolle: während der Anhänger Platz für bis etwa Sechsjährige bietet, kann ein Lastenrad (je nach Modell) auch durchaus größere Kinder aufnehmen; auch ist die maximale Zuladung bei vielen Lastenrädern höher, als im Fahrradanhänger. Beim Anhänger ist hingegen eine Überdachung immer mit dabei, Sitze für die Passagiere sowieso – bei Lastenrädern muss dies oft zusätzlich gekauft werden.

Es gibt also viele Aspekte, welche die Wahl zwischen Anhänger und Lastenrad beeinflussen. Neben den reinen Fakten kommen dann auch noch die persönlichen Vorlieben hinzu, was besonders beim Transport von Kindern eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Doch ganz egal, für welche Lösung man sich letztendlich entscheidet: als umweltfreundliche und (zumindest in Städten) oftmals auch schnellere Transportmöglichkeit leisten beide Varianten beste Dienste!

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