Apple-AirTag-Fahrrad-Bike-Tracking-Teaser

Alternative zur GPS-Ortung

Apple AirTags als günstige Tracking-Möglichkeit bei Fahrrad-Diebstahl?

Werbung

Erst vor kurzem benachrichtigte VanMoof, dass deren neue S3 und X3-Bikes nun über Apples Find My-Netzwerk zu orten sind. Wenige Tage später stellte Apple selbst dann die lange erwarteten AirTags vor, die ebenso auf dieses Netzwerk zugreifen. Im Deutschen wird es übrigens als „Wo ist?“ Netzwerk bezeichnet, im Folgenden nennen wir es aber weiterhin „Find My“.

Bei den AirTags handelt es sich um einen kleinen Tracker, mit dem man unterschiedlichste Dinge wiederfinden soll. Allen voran werden Schlüsselbund oder Geldbeutel als Beispiele genannt, die man im Alltag eben oft verlegt oder verliert. Spinnt man den Gedanken aber etwas weiter, könnte man auch auf die Idee kommen, sein Fahrrad mit einem solchen AirTag auszustatten. Im Falle eines Diebstahls könnte man sein Bike so zumindest orten. Verlockend ist insbesondere der günstige Preis von nur 35 Euro, womit AirTags deutlich billiger als herkömmliche GPS-Tracker sind.

Apple only

Vorweg sei gesagt, dass die Nutzung der AirTags nur mit einem entsprechenden Apple-Gerät funktioniert – um genau zu sein mit einem iPhone SE, iPhone 6s oder neuer bzw. mit einem iPad Pro, iPad (5. Generation oder neuer), iPad Air 2 oder neuer oder ein iPad mini 4. Zudem muss dort als Software mindestens iOS 14.5 installiert sein.

Auch Apple selbst nennt das Fahhrad als Einsatzmöglichkeit für AirTags

Sind diese Voraussetzungen geschaffen, lässt sich ein AirTag ganz einfach mit dem jeweiligen iOS-Gerät koppeln und ins Find My-Netzwerks des Nutzers einbinden. Nun kann dem Tracker auch ein Name zugeordnet werden. Dafür gibt es seitens Apple auch Vorschläge wie Rucksack, Schlüssel, Geldbeutel und eben auch „Bike”. Sicherlich ein Hinweis, dass Apple selbst diesen Anwendungsfall ebenso im Blick hat.

Hardware

Ist der AirTag startklar, kann er am jeweiligen Gegenstand angebracht werden. Aufgrund einer fehlenden Befestigungsmöglichkeit am AirTag selbst verkauft man dazu natürlich gerne auch passende Anhänger — was wir beim Fahrrad aber eigentlich ignorieren können. Hier geht es ja darum, den Tracker möglichst unsichtbar zu verbauen, damit er von Dieben nicht erkannt wird.

Fast so klein wie die Knopfzelle: Der AirTag von vorne und hinten

Positiv ist, dass ein AirTag ziemlich klein ist: So beträgt der Durchmesser 31,9 mm bei nur 8 mm Dicke. Mittig ist eine Knopfzelle vom Typ CR2032 verbaut, welche nicht nur austauschbar ist, sondern auch etwa 1 Jahr Laufzeit bieten soll – weit mehr als ein GPS-Tracker. Trotz der kompakten Abmessungen dürfte es aber schwer werden, den AirTag beispielsweise im Sattelrohr oder Lenker unterzubringen. Hier hängt es letztlich vom jeweiligen Fahrradmodell ab, eine passende Stelle zu finden – etwa auch im Bereich des Tretlagers, unterm Flaschenhalter oder vielleicht unter dem Sattel? Mit selbstklebendem Klettband könnte man ihn recht einfach anbringen. Findige Bastler haben auch schon passende Halterungen zur Montage am Rahmen im 3D-Druck erstellt. Hier kann und muss man also kreativ sein.

Funktion

Die Arbeitsweise des AirTags lässt sich so beschreiben: immer, wenn ein iPhone an am AirTag vorbeikommt, wird dessen Position getrackt. Dies geschieht wohl vollkommen anonym und nicht mal Apple selbst soll Zugriff auf diese Daten haben. Das bedeutet, dass der AirTag nicht direkt mit seinem Besitzer kommuniziert, sondern vielmehr über ein zufällig in der Nähe befindliches iOS-Gerät seine Position meldet. Diese Info wird dann ins Find My-Netzwerk übertragen, von wo aus der Besitzer die Position einsehen kann.

Insgesamt sollen inzwischen mehrere 100 Millionen iOS-Geräte weltweit im Einsatz sein. So dürfte – insbesondere in Städten – die Chance recht groß sein, dass jemand auch tatsächlich am AirTag vorbeikommt. In spärlich besiedelten Gebieten wird dies allerdings entsprechend seltener vorkommen. Hier zeigt sich auch der Unterschied zu einem richtigen GPS-Tracker: Dieser kommuniziert letztendlich immer direkt mit dem Besitzer und ist nicht von anderen Nutzern abhängig.

Möglicher Platz für den AirTag: unterm Sattel

Um beim Beispiel des Fahrrads zu bleiben: über Apples Find My-App oder die entsprechende Website lässt sich der zuletzt gemeldete Standort des Bikes mit dem AirTag jederzeit anzeigen. Sollte das Fahrrad also gestohlen worden sein und es kämen am neuen Abstellort Personen mit einem iPhone vorbei, dann würde dieser Standort in Find My angezeigt werden.

Auch kann der AirTag auch ein akustisches Signal von sich geben, was sich ebenso per Find My aktivieren lässt – damit würde man den Dieb allerdings auf den AirTag aufmerksam machen, was man in der Situation wohl nicht will. Zudem gibt es einen Lost Mode: Hier lässt sich die Kontaktadresse hinterlegen, wem der AirTag gehört. Diese wird dann auf dem iOS-Gerät des Finders angezeigt, in unserem Beispiel womöglich auf dem Gerät des Diebs. Auch hier würde er spätestens jetzt erfahren, dass er bzw. das Bike getrackt wird. Immerhin lässt sich der AirTag im Lost Mode auch komplett sperren, damit er nicht mit einem anderen Besitzer neu gekoppelt werden kann.

Einschränkungen

Großes Thema bei den AirTags ist der Schutz der Privatsphäre. So will Apple verständlicherweise vermeiden, dass AirTags zum Stalking verwendet werden. Man hat daher einige Funktionen eingebaut, die das verhindern sollen. Begleitet ein fremder AirTag eine fremde Person eine gewisse Zeit, dann macht der AirTag automatisch auf sich aufmerksam. iOS-User erhalten auf ihrem Gerät eine Nachricht, dass sie von einem fremden AirTag begleitet werden. Und wer kein Apple-Gerät bei sich führt, wird den AirTag nach drei Tagen hören können – dann gibt er nämlich ein akustisches Signal ab, um auf sich aufmerksam zu machen.

Will man mit dem AirTag sein Fahrrad orten, sind diese Schutzfunktionen der Privatsphäre hingegen eher hinderlich – machen sie den Dieb doch irgendwann wohl auf sich aufmerksam.

Fazit

Schützen AirTags vor dem Diebstahl seines Fahrrads? Nein, wie auch jeder andere GPS-Tracker nicht. Allerdings können sie durchaus hilfreich sein, falls das Bike schon gestohlen wurde. Geschickt – das heißt unsichtbar für einen Dieb – am Fahrrad verbaut, lässt sich der AirTag mittels Apples Find My-Netzwerk sehr wahrscheinlich orten.

Zwar wird der Dieb wohl irgendwann vom AirTag erfahren, da jener aufgrund seiner Schutzmechanismen für Privatsphäre auf sich aufmerksam machen wird. Allerdings vergeht bis dahin etwas Zeit, die der Bestohlene zum Tracking nutzen kann. Wer also einen Diebstahl recht zügig bemerkt, hat durchaus die Chance, ein Signal vom AirTag zu empfangen und sich auf die Suche machen zu können.

Absolute Sicherheit in Sachen Fahrrad-Tracking geben die AirTags sicherlich nicht – dafür haben sie aber zwei andere Vorteile: zum einen der günstige Preis von 35 Euro. Für diese relativ geringe Summe können Apple-User das Experiment einfach mal wagen. Zudem muss man sich dank der langen Batterielaufzeit nicht wirklich um den AirTag kümmern: einmal verbaut, hat mal wohl für rund ein Jahr seine Ruhe. Und auch das gute Gefühl von etwas Sicherheit, weil man nach einem Diebstahl das so ausgestattete Bike immerhin wieder finden könnte.

Werbung

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on pinterest
Pinterest
Share on email
Email
Share on whatsapp
WhatsApp

Werbung

2 Kommentare zu „Apple AirTags als günstige Tracking-Möglichkeit bei Fahrrad-Diebstahl?“

  1. Rupert Reinhardt

    Durch den den Stalker-Schutz sind die AirTags für den versierten Dieb sofort – nicht erst nach dem Drei-Tage-Signal – aufzuspüren: Insofern dürfte bei hochwertigen Rädern der Schutz entfallen. Nur vor Gelgehenheits-, Junkies- und dämlichen Dieben dürfte man geschützt sein.
    Wundere mich seit Bekanntgabe der VanMoof-Zusammenarbeit, ob die für ‚Ihre‘ AirTags da eine Modifikation bei Aplle erreicht und vereinbart haben: Vielleicht könntest Du das dort ‘mal erfragen?
    Bei ‚normaler’ AirTag-Funktion erscheint mir die Funktion von VanMoof Augenwischerei zu sein…

  2. Ob die Funktionsweise im VanMoof tatsächlich identisch ist, habe ich mich auch schon gefragt; aber immerhin haben sie zusätzlich ja noch GPS an Bord. Dort jemanden diesbezüglich zu erreichen dürfte aber so schwierig sein, wie bei Apple selbst. Ich probiere es aber mal 😉

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Werbung

Werbung

Aus dem Archiv

Partnerlinks

Dieser Artikel enthält Partnerlinks zu Webshops. Sollte es über einen dieser Links zu einem Verkauf kommen, erhalten wir eine kleine Provision. Diese hilft bei der Finanzierung dieser Website. Für den Käufer entstehen dabei keine Nachteile oder Mehrkosten!

Sponsored Post

Mit ausgewählten Partnern kann es zu bezahlten Kooperation kommen. Solche Artikel sind dann als Sponsored Post markiert.