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Sportliches Commuter E-Bike

Gravel-Tourer mit Automatik-Schaltung: Kalkhoff Endeavour L Touring im Test

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Das Kalkhoff Endeavour L Touring ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Bike. Vielleicht ist es das erste Gravel-orientierte Modell der Marke, ganz sicher aber das erste mit Rennradlenker und elektronischer Kettenschaltung inklusive Automatikfunktion. Viele Neuerungen also, die auf dem Papier spannend klingen. Wie gut das alles im Alltag funktioniert, klärt unser Test.

Design

Die Basis des Bikes kommt einem bekannt vor, denn es baut auf Kalkhoffs Lightweight-Serie mit dem Zusatz „L“ auf. Entsprechend schlank fällt das Rahmendesign aus, obwohl der integrierte Akku im Unterrohr sogar entnehmbar verbaut ist. Auffällig ist das stark abfallende Oberrohr, das beinahe in einer Linie in den Hinterbau übergeht und dem Rad eine dynamische Silhouette verleiht. Auch der Mittelmotor ist relativ kompakt gehalten und insgesamt zeigt sich der E-Antrieb erfreulich unauffällig integriert. Bedienelemente wie der kleine Taster und das dezente Display fügen sich ebenso zurückhaltend ins Gesamtbild ein.

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Sportlicher und dynamischer Look: das Kalkhoff Endeavour L Touring in der Farbe „Umber Brown”

Ein klarer Hingucker ist das Cockpit mit dem Gravelbike-typischen Dropbar-Lenker. Hier sorgen die komplett innen verlegten Leitungen und Züge für einen aufgeräumten, fast schon puristischen Look. Farblich präsentiert sich das Bike in „Umber Brown“, einem edlen Metallic-Ton, der je nach Licht zwischen Gold und Braun schimmert und dem Bike eine ziemlich edle Note gibt. Zusammen mit den mattschwarzen Anbauteilen und der starren Gabel entsteht ein sportlicher Gesamteindruck, der trotz umfangreicher Alltagsausstattung mit Schutzblechen, Gepäckträger und Co. nicht überladen wirkt.

Ausstattung

Apropos Alltag: Das Endeavour L Touring ist tatsächlich ziemlich komplett ausgestattet. Schutzbleche aus Kunststoff, ein schlanker Gepäckträger mit MIK-System und bis zu 25 Kilo Traglast sowie eine vollwertige Lichtanlage mit Litemove-Scheinwerfer und Trelock-Rücklicht inklusive Bremslichtfunktion sind direkt mit an Bord. Selbst ein Ständer fehlt nicht, was bei einem Bike mit diesem sportlichen Ansatz nicht selbstverständlich ist.

Spannend wird es dann bei den etwas außerrewöhnlichen Komponenten. Der Dropbar-Lenker fällt mit 42 Zentimetern für seine Gattung recht breit aus und ist damit eher auf Komfort ausgelegt, was man gerade auf längeren Strecken zu schätzen weiß. Daran sitzt die Schalt- und Bremshebeleinheit von TRP. Eine Marke, die man vielleicht noch nicht so oft bei Schaltungen gesehen hat, die aber aus aus dem Hause von Bremsen-Spezialist Tektro kommt. Bei der hier verbauten E.A.S.I. A11 handelt es sich um eine elektronische Schaltung, die gemeinsam mit Bosch entwickelt wurde – und genau deshalb besonders gut mit dem elektrischen Antrieb harmonieren soll. Mit ihren 11 Gängen und einer großzügigen Kassette ist man auf unterschiedlichstem Terrain gut aufgestellt.

Beim Motor setzt Kalkhoff auf den Bosch Performance Line SX, der nach seinem letzten Update nun bis zu 60 Nm Drehmoment liefert und sich durch sein geringes Gewicht von nur 2 kg auszeichnet. Ergänzt wird das System vom CompactTube-Akku mit 400 Wh im Unterrohr, den System Controller im Oberrohr, dem kompakten Purion 400-Display und der kleinen Mini Remote am Lenker. Mit 21,7 Kilo liegt das Gesamtgewicht des Bikes absolut im Rahmen – vor allem wenn man bedenkt, dass hier ein robuster Alurahmen, ein entnehmbarer Akku und breite 50 mm-Reifen vom Typ Schwalbe G-One Overland mit Pannenschutz verbaut sind.

Bedienung

Kommt man vom „normalen” Lenker, ist die größte Umstellung zunächst ganz klar der Dropbar-Lenker – doch gelingt die Eingewöhnung ziemlich schnell. Nach kurzer Zeit fühlt sich diese Art von Lenker schon sehr natürlich an, vor allem weil man durch die verschiedenen Griffpositionen immer wieder variieren kann. Ähnlich ist es bei der Schaltung: am Anfang wirkt es etwas ungewohnt, weil man eben nicht klassisch mit separaten Hebeln schaltet, sondern alles über die integrierte Einheit aus Schalt- und Bremshebel läuft. Hat man das Prinzip aber einmal verinnerlicht, funktioniert die Bedienung problemlos aus allen Griffpositionen heraus.

Richtig interessant wird es bei der Schaltung beim Wechsel zwischen manuellem M, M+ und automatischem A-Modus, der über einen kleinen Taster am Lenkerende erfolgt. Im manuellen Betrieb fühlt sich alles wie eine normale Schaltung an, im Automatikmodus übernimmt das System hingegen komplett selbst die Gangwahl; M+ hingegen schaltet nur im Leerlauf von allein, ansonsten schaltet man wie gewohnt selbst. Das funktioniert erstaunlich unaufgeregt und zuverlässig – zumal man jederzeit eingreifen kann, wenn man möchte. Besonders clever ist das Zusammenspiel mit dem Bosch-Antrieb, für den sich sogar die gewünschte Trittfrequenz festlegen lässt. Dass die Schaltung auch im Rollen ohne Pedalbewegung die Gänge wechseln kann, ist im Alltag zudem ziemlich praktisch.

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Der Rennlenker ist mit 42 cm angenehm breit

Die Bedienung des elektrischen Antriebs selbst ist angenehm simpel gehalten. Ein- und ausgeschaltet wird über den System Controller im Oberrohr, der auch direkt mit seinen LED-Balken den Akkustand und den aktuellen Modus anzeigt. Wer mehr Infos möchte, schaut auf das Purion 400-Display, welches sich über die Boschs eBike Flow-App zudem umfangreich anpassen lässt. Die Mini Remote übernimmt dann die Steuerung während der Fahrt: Fahrmodi wechseln, Display-Anzeige durchklicken oder das Licht bedienen. Trotz der reduzierten Optik fühlt sich das alles ziemlich durchdacht an.

Auch das Handling mit dem Akku erweist sich im Alltag als durchdacht: Zur Entnahme lässt sich die Kunststoff-Abdeckung mühelos entfernen, der Akku selbst hat eine Schlaufe zum Herausziehen und kann so unkompliziert nach oben entnommen werden. Alternativ lässt sich das Bike natürlich auch direkt laden, der Anschluss sitzt oberhalb des Motors und ist sauber mit einer magnetischen Kappe geschützt.

Fahreindruck

Trotz Rennradlenker und sportiver Ausrichtung: auf dem Bike sitzt man überraschend entspannt! Durch die vergleichsweise hohe Lenkerposition ist die Haltung nicht zu gebückt, was gerade auf längeren Touren angenehm ist. Dort zeigt dann auch der Dropbar-Lenker seine Stärken, weil man die Hände immer wieder anders positionieren kann und so deutlich länger ermüdungsfrei unterwegs ist.

Auch die breiten Reifen tragen dazu Teil ihren bei, weil sie Unebenheiten gut wegfiltern und sich mit moderatem Druck fahren lassen. Gleichzeitig bieten sie genug Grip für unbefestigte Wege, ohne auf Asphalt träge zu wirken. Das passt ziemlich gut zum Charakter des Bikes, das irgendwo zwischen sportlicher Tour und leichtem Offroad-Einsatz angesiedelt ist.

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Alltagsausstattung, Dropbar-Lenker und automatische Schaltung: Eine Kombination von der wir vorher nicht wussten, dass wir sie brauchen 😉

Der Bosch SX-Motor fühlt sich genau in diesem Setup wohl: er mag höhere Trittfrequenzen und liefert dann eine spritzige und agile Unterstützung, die gut zum sportlichen Ansatz des Bikes passt. Die 25 km/h-Marke ist schnell erreicht, danach fährt man oft ohne Unterstützung weiter. Was sich vor allem deshalb angenehm anfühlt, weil der Motor sehr harmonisch ausfadet und man ganz natürlich nach eigener Kraft weiter beschleunigen kann. An Steigungen greift man hingegen dankend auf die elektrische Unterstützung zurück – zwar ist hier verglichen mit Full Power-Motoren etwas mehr Eigenleistung gefragt, doch bieten die 60 Nm Drehmoment trotzdem ausreichend Kraft, um auch bergauf gut voranzukommen.

Das eigentliche Highlight bleibt aber die Schaltung: im Automatikmodus übernimmt sie die Gangwahl komplett und wählt die passenden Gänge von allein aus – und das gelingt ihr überraschend stimmig! Gerade bei entspannten Fahrten gewöhnt man sich dadurch so schnell an das System, dass man kaum noch in die Verlegenheit kommt, selbst schalten zu wollen. Praktisch auch, dass automatisch ein passender Gang fürs Anfahren automatisch eingelegt wird wenn man zum Stand kommt – etwa beim Stop an an einer Ampel. Wer hingegen wirklich sportlich unterwegs ist, kann den manuellen Modus nutzen und dort weiterhin wie gewohnt selbst die Gangwahl übernehmen. Als Kompromiss aus beiden Modi überzeugt auch der Modus M+, bei dem nur im Leerlauf automatisch geschaltet wird – beim Tritt in die Pedale hingegen manuell. Für alle Modi gilt: die Schaltung überzeugt mit präzisen und angenehm leisen Schaltvorgängen. So hat man am Ende das Beste aus beiden Welten: bequem automatisch unterwegs sein oder bei Bedarf präzise selbst schalten, je nach Lust und Fahrstil.

Fazit

Mit dem Endeavour L Touring betritt Kalkhoff neues Terrain und trifft dabei ins Schwarze. Das Bike richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die sportlich unterwegs sein wollen, ohne dabei auf Alltagstauglichkeit zu verzichten. Die Ausstattung ist umfangreich und durchdacht, der E-Antrieb bewährt und die elektronische Schaltung mit Automatikfunktion bietet einen echten Mehrwert. Gerade im täglichen Einsatz macht sie das Fahren spürbar entspannter und intuitiver – und arbeitet dabei so gut, dass man sich dieses System durchaus auch an vielen anderen Bikes wünschen würde.

Der Preis von 4.199 Euro wirkt angesichts der gebotenen Technologie und des stimmigen Gesamtpakets für ein solches Markenrad durchaus angemessen. Weitere Infos zum Bike gibt es hier auf der Website von Kalkhoff.

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