Es ist August – und damit traditionell die Zeit, in der Cube sein Line-up für die kommende Saison präsentiert. Auch für 2027 lohnt sich dabei wieder ein genauerer Blick auf jene Modelle, die vor allem im urbanen Umfeld eine Rolle spielen. Und gerade hier erwarten uns einige interessante Neuerungen: Beim Editor Hybrid verändert Cube nicht nur die Ausstattung, sondern erweitert die Baureihe auch um zwei günstigere Modelle mit Boschs neuem Nabenmotor.
Editor Hybrid wird alltagstauglicher
Das Editor Hybrid wurde ursprünglich als sportliches Urban E-Bike konzipiert und gehört seit dem Erscheinen des kompakten Bosch Performance Line SX zum Programm von Cube – wir hatten das Bike bereits hier in einem kurzen Test vorgestellt. Für die Saison 2027 richtet der Hersteller die Baureihe allerdings etwas anders aus. Sämtliche Varianten werden künftig ausschließlich in der sogenannten FE-Ausstattung (für Fully Equipped) angeboten – also bereits ab Werk mit Schutzblechen, Gepäcktaschenhalter und Lichtanlage. Die bislang erhältlichen puristischen Versionen ohne diese Komponenten entfallen.
Am grundsätzlich sportlichen Charakter des Editor Hybrid soll sich dadurch jedoch wenig ändern. Cube verzichtet weiterhin auf eine Federgabel und setzt stattdessen auf eine Starrgabel, kombiniert diese bei allen Modellen allerdings mit vergleichsweise breiten 50-mm-Reifen. Über einen entsprechend angepassten Luftdruck bleibt damit durchaus Spielraum, kleinere Unebenheiten auf schlechten Radwegen und Straßen abzufedern.
Topmodelle jetzt mit stufenloser Enviolo-Nabenschaltung
Bei den beiden höher positionierten Modelle Editor Hybrid SLT FE und Editor Hybrid SLX FE bleibt der grundsätzliche Aufbau des Antriebs zunächst vertraut. Beide setzen weiterhin auf den leichten Bosch Performance Line SX mit seinen 60 Nm Drehmoment und kombinieren ihn weiterhin mit dem CompactTube-Akku mit 400 Wh Kapazität. Dieser sitzt vollständig integriert im Unterrohr und ist zum Laden nicht ohne Weiteres entnehmbar.



Neu ist dagegen die Schaltung. Cube verabschiedet sich bei den Topmodellen von klassischen Gangstufen und setzt erstmals auf die stufenlose Urban-Nabenschaltung von Enviolo. Beim Editor Hybrid SLX FE wird die gewünschte Übersetzung weiterhin manuell gewählt. Das Editor Hybrid SLT FE geht noch einen Schritt weiter und kombiniert die Nabe mit Enviolos AutomatiQ-Steuerung. Dabei lässt sich eine bevorzugte Trittfrequenz vorgeben, an die das System die Übersetzung während der Fahrt automatisch anpasst – manuelles Schalten kann damit im Alltag weitgehend entfallen. Anstatt einer herkömmlichen Fahrradkette kommt bei beiden Varianten der Riemenantrieb von Gates zum Einsatz.
Mit 19,8 Kilogramm bleibt das SLX trotz der umfangreichen FE-Ausstattung knapp unter der 20 Kilogramm-Marke und kostet 2.699 Euro. Das SLT bringt aufgrund seiner zusätzlichen Automatik 20,7 Kilogramm auf die Waage und liegt preislich bei 3.099 Euro.
Neuer Einstieg mit Bosch Hub Line-Nabenmotor
Noch grundlegender fallen die Änderungen am unteren Ende der Baureihe aus. Mit dem Editor Hybrid Pro 360 FE und dem Editor Hybrid One 360 FE führt Cube gleich zwei komplett neue Varianten ein. Beide basieren auf Boschs neuer Hub Line und nutzen damit einen Nabenmotor im Hinterrad anstelle des bisherigen Mittelmotors – wir konnten den neuen Motor bereits hier kurz testen.
Und das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Bikes. Ohne den vergleichsweise voluminösen Motor im Bereich des Tretlagers kann Cube einen deutlich schlankeren Rahmen realisieren – optisch rücken die neuen 360er damit näher an ein klassisches Urban Bike heran. Passend dazu kommt Boschs neuer PowerTube 360 zum Einsatz: Mit 360 Wh fällt dessen Kapazität zwar etwas geringer aus als beim CompactTube 400 der SX-Modelle, dafür lässt sich der Akku aus dem Unterrohr entnehmen und damit unabhängig vom Fahrrad laden. Ein großer Vorteil im Alltag, den sicherlich auch so mancher Nutzer des SX-Modells haben würde.



Besonders puristisch beim Antrieb präsentiert sich das Editor Hybrid Pro 360 FE: Es verzichtet vollständig auf eine Gangschaltung und kombiniert den Bosch-Nabenmotor stattdessen mit einem Singlespeed-Antrieb und Gates-Zahnriemen. Damit stehen eine möglichst einfache Bedienung und geringer Wartungsaufwand im Vordergrund. Das Gewicht liegt bei 19,2 Kilogramm, der Preis bei 1.999 Euro.
Noch einmal günstiger wird es mit dem Editor Hybrid One 360 FE. Hier setzt Cube auf eine klassische Shimano Essa-Kettenschaltung mit acht Gängen – als einziges Modell innerhalb der neuen Editor-Hybrid-Familie. Mit 20 Kilogramm ist es geringfügig schwerer als das Pro, mit einem Preis von 1.849 Euro allerdings auch das günstigste Editor Hybrid im neuen Line-up.
Vier Varianten, zwei Antriebskonzepte
Egal ob mit Mittelmotor oder Nabenmotor – Cube bietet alle vier Varianten sowohl mit klassischem Diamantrahmen und hohem Oberrohr als auch mit einem komfortableren Trapezrahmen an. Gerade für ein E-Bike, das inzwischen konsequent auf den täglichen Einsatz zugeschnitten ist, erweitert das die Auswahl sinnvoll.
Etwas Geduld ist allerdings bei den beiden preisgünstigeren Neuzugängen gefragt: Das Editor Hybrid Pro 360 FE und das Editor Hybrid One 360 FE sollen laut Cube erst ab Dezember 2026 in den Handel kommen. Mit Preisen ab 1.849 Euro machen sie die Editor Hybrid-Familie dafür deutlich zugänglicher – und Boschs neuer Nabenmotor sorgt gleichzeitig für eine interessante Alternative zu den bekannten SX-Modellen.




