lemmo one collab ride test review mk3 teaser

High-Tech Bike zum fairen Preis

Lemmo One Collab.Ride im Test: Dank KI-gestützter Automatikschaltung smarter denn je?

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Mit dem Lemmo One Collab.Ride bekommt das derzeit wohl fortschrittlichste Smart Bike ein signifikantes Update: neu sind unter anderem eine automatische Schaltung, ein stärkerer Motor und zusätzliche Sensorik mit KI-Unterstützung, die das Zusammenspiel zwischen Fahrerin oder Fahrer und dem Bike verbessern soll. Das klingt nach einem deutlichen Schritt nach vorn – ob sich diese Neuerungen aber auch im Alltag so bemerkbar machen wie erhofft, zeigt unser Test.

Design

Dass es sich beim Collab.Ride um die inzwischen schon dritte Version des Lemmo One handelt, ist äußerlich kaum zu erkennen. Das Design wurde nahezu unverändert übernommen – und das ist durchaus positiv. Damit beweist es, wie stimmig und zeitlos die Formensprache des Bikes ist. Schlanke Linien, ein sauber verarbeiteter Aluminiumrahmen ohne sichtbare Schweißnähte – realisiert durch ein Klebeverfahren aus dem Automobilbau – und insgesamt ein sehr reduzierter, moderner Look prägen den Auftritt.

Die Position des Akkus im vorderen Rahmendreieck bleibt weiterhin ein echtes Alleinstellungsmerkmal – ebenso seine hochwertige Ausführung mit seitlicher Stoffbespannung. Der elektrische Antrieb mit kompaktem Nabenmotor im Hinterrad tritt optisch angenehm in den Hintergrund, gleiches gilt für die bewusst reduzierten Bedienelemente. Auffällig ist hingegen der neue Schalthebel für die elektrische Schaltung. Dieser fällt zwar recht klobig aus, kommt dank Funkübertragung jedoch vollständig ohne störende Kabel aus. Weitere clevere Details wie die integrierte Smartphone-Halterung im Vorbau oder die schwarzen Reflexstreifen an den Reifen sorgen für einen durchgehend cleanen Gesamteindruck – funktional und optisch ansprechend zugleich.

Ausstattung

Bei der Ausstattung bleibt auch das Collab.Ride seinem bewährten Konzept treu, erweitert dieses aber gezielt an den entscheidenden Stellen. Der herausnehmbare Akku – das sogenannte Smartpac – bietet weiterhin eine Kapazität von 540 Wh und lässt sich zusätzlich als Powerbank nutzen, mit der externe Geräte mit bis zu 65 Watt geladen werden können. Ein integrierter GPS-Sender sorgt dafür, dass die Position jederzeit in der App nachvollzogen werden kann, während im Bike selbst zusätzlich Apples Find My-Technologie zur Ortung integriert ist.

Im Fahrbetrieb versorgt das Smartpac aber den Nabenmotor im Hinterrad mit Energie – und hier gibt es eine der wichtigsten Neuerungen: Mit 52 Nm Drehmoment bekommt nun schon das Standardmodell des Collab.Ride einen spürbar stärkeren Motor – bislang war diese Leistung der Dynamic Edition-Variante vorbehalten. So profitieren nun alle Varianten von der zusätzlichen Power, was sich besonders beim Anfahren und an Steigungen positiv bemerkbar macht. Der bekannte Manual Mode bleibt erhalten – damit lässt sich der Motor mechanisch vom Freilauf entkoppeln, sodass das Bike auch ohne Unterstützung wie ein klassisches Fahrrad ohne jeglichen Widerstand gefahren werden kann.

Die Steuerung erfolgt weiterhin über die Daumentaster am Lenker und ein kompaktes Display im Oberrohr. Während bereits im Vorgänger die Leistungsentfaltung des Motors über einen Drehmomentsensor geregelt wurde, wirbt Lemmo nun zusätzlich mit einem integrierten Powermeter – was aktuell allerdings vor allem bedeutet, dass der Input von Fahrerin oder Fahrer in der App auch in Watt sowie inklusive der Kadenz angezeigt wird. Weitergehende Funktionen sind in diesem Zusammenhang bereits angekündigt, etwa ein Cardio-Modus, bei dem sich die Motorunterstützung am gewünschten Puls orientiert.

Noch mehr Hightech gefällig? Kein Problem: Ergänzt wird die Ausstattung durch eine Vielzahl elektronischer Features – etwa eine Wegfahrsperre mit blockierendem Hinterrad, eine elektronische Sicherung des Akkus oder eine Alarmanlage mit akustischem Signal. Und selbst die Klingel ist elektronisch umgesetzt, wird mit ihrem synthetischen Sound aber weiterhin von Passanten kaum als Fahrradklingel wahrgenommen. 

Die wohl größte Neuerung ist jedoch die 10-Gang Kettenschaltung von Wheeltop – denn auch diese wird nun elektronisch gesteuert, was zum einen für schnelle und präzise Gangwechsel sorgen soll. Noch viel interessanter ist aber der damit verfügbare Automatikmodus: das System übernimmt dann auf Wunsch selbstständig die Gangwahl und orientiert sich dabei mit KI-Unterstützung am persönlichen Fahrverhalten.

Abgerundet wird das Gesamtpaket durch durchdachte Details wie ein im Steuerrohr integriertes Frontlicht, das sich entnehmen und als Taschenlampe nutzen lässt – insgesamt ist es aber eher dafür gedacht, gesehen zu werden, als die Fahrbahn hell auszuleuchten. Hinzu kommt am Gepäcktaschenhalter ein Rücklicht mit Bremslichtfunktion sowie die unauffällige Smartphone-Halterung im Vorbau. Mit 16,7 Kilogramm ohne Akku (gewogen in Größe L) bleibt das Bike angenehm leicht, das Smartpac selbst bringt zusätzliche drei Kilogramm mit.

Bedienung

Angesichts der vielen Funktionen könnte man eine komplexe Bedienung erwarten – im Alltag bleibt das System jedoch überraschend zugänglich, auch wenn man sich vorab mit seinen Eigenheiten vertraut machen sollte. Ein- und ausgeschaltet wird das Bike über die Taster am Lenker, darüber lassen sich auch die Unterstützungsmodi wechseln und die Klingel aktivieren lassen. Zudem lässt sich für schnelle Ampel-Starts der Boost-Modus aktivieren, bei dem die volle Motor-Power auf Knopfdruck freigeschaltet wird.

Für weiterführende Einstellungen kommt dann aber schnell die App ins Spiel: mit ihr lassen sich grundlegende Einstellungen für Wegfahrsperre, Akkusicherung, Licht und Alarmanlage anpassen. Besonders praktisch ist die automatische Sperrfunktion – entweder zeitgesteuert oder gekoppelt an das Smartphone, das als digitaler Schlüssel dient. Entfernt man sich vom Bike, wird es automatisch verriegelt, bei Annäherung wieder entsperrt.

Die neuen Powermeter-Daten werden im App-Dashboard dargestellt, ebenso lassen sich dort die getätigten Fahrten aufzeichnen – eine Navigationsfunktion fehlt allerdings weiterhin. Auch die Arbeitsweise der elektronischen Schaltung lässt sich über die App anpassen: wahlweise im manuellen Betrieb oder im Automatikmodus, je nach persönlicher Vorliebe. Im manuellen Betrieb erfolgt der Gangwechsel klassisch per Daumentaster, während im Automatikmodus das System die Gangwahl übernimmt – bei Bedarf lässt sich aber jederzeit eingreifen.

Das Einsetzen des Akkus erfolgt über eine Führungsschiene, auf der das Smartpac präzise ins Bike gleitet und dort mit einem satten Klick einrastet. Die Entnahme gelingt in die entgegengesetzte Richtung per Taster direkt am Akku. Geladen wird ebenfalls am Smartpac – entweder separat oder direkt im eingebauten Zustand. Im Test ist uns, wie auch schon bei den Vorgängermodellen, der recht hohe Standby-Verbrauch aufgefallen. Durch den integrierten GPS-Sender verliert der Akku auch im Ruhezustand spürbar an Kapazität, weshalb regelmäßiges Nachladen erforderlich ist.

Die universelle Smartphone-Halterung am Vorbau lässt sich am besten mit zwei Händen bedienen – einmal platziert, sitzt das Gerät dann sehr sicher und stabil darin. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt die Position des Ständers am Tretlager, denn beim Rangieren kommt es hier gelegentlich zu Kontakt mit den Pedalen.

Fahreindruck

Im Fahrbetrieb zeigt sich schnell, dass die technischen Neuerungen nicht nur auf dem Papier bestehen. Das höhere Drehmoment sorgt für eine kräftige Beschleunigung, ohne dabei unnatürlich zu wirken – die Unterstützung setzt harmonisch ein und passt sich dank Drehmomentsensor gut an die eigene Tretleistung an. Die Unterstützungsgrenze bei 25 km/h wird sanft erreicht, darüber hinaus lässt sich das Tempo dann problemlos aus eigener Kraft weiter steigern. Besonders aber an Steigungen zeigt sich der Motor leistungsstark und meistert selbst anspruchsvollere Passagen souverän!

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Die Automatikschaltung arbeitet in der Ebene erfreulich gut, nur an steilen Anstiegen bleibt Raum für Optimierungen

Besonders im Fokus steht beim Collab.Ride aber die elektronische Schaltung: im manuellen Betrieb arbeitet sie schnell, präzise und nahezu lautlos. Lediglich unter hoher Last fallen manche Schaltvorgänge etwas ruppiger aus. Ihre größte Stärke zeigt sie jedoch im Automatikmodus – hier übernimmt das System die Gangwahl und orientiert sich dabei erstaunlich gut am persönlichen Fahrverhalten. Die Schaltzeitpunkte wirken nachvollziehbar und kommen meist dann, wenn man selbst schalten würde. Eine leichte Verzögerung ist dabei zwar spürbar, fällt im Alltag und bei entspannter Fahrt aber kaum ins Gewicht. Auch beim Anhalten erkennt das System die Situation und schaltet vorab automatisch in einen kleineren Gang zurück.

Im flachen Gelände arbeitete das System insgesamt so zufriedenstellend, dass man kaum manuell eingreifen musste. Bei steilen Anstiegen zeigte sich jedoch, dass die Automatik hier eher zurückhaltend agiert – sie schaltete nur selten selbstständig in die kleineren Gänge. In diesen Situationen musste man dann doch manuell über den Daumentaster am Lenker eingreifen und einen passenden Gang einlegen. Künftige Software-Update dürften dieses Verhalten noch etwas verbessern. In Summe zeigt sich aber schon jetzt, dass die Automatik einen klaren Komfortgewinn bietet.

Die eher aufrechte Sitzposition des Lemmo One sorgt für ein entspanntes Fahrgefühl, während die Bremsen auch bei höheren Geschwindigkeiten zuverlässig verzögern – was angesichts der häufig erreichten Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h durchaus relevant ist. Dank der insgesamt hochwertigen Verarbeitung und solider Komponenten wie den Aluminium-Schutzblechen bleibt das Bike dabei angenehm leise unterwegs – nicht nur der Motor arbeitet kaum hörbar, auch vom Rad selbst sind während der Fahrt keinerlei Klappergeräusche wahrzunehmen.

lemmo one collab ride test review mk3 lightweight
Dank vergleichsweise geringem Gewicht lässt sich das Lemmo One auch recht mühelos die Treppe runter tragen

Fazit

Innovativ und faszinierend – mit dem Collab.Ride hebt Lemmo das One spürbar auf ein neues Level. Im Mittelpunkt steht dabei klar der KI-unterstützte Automatikmodus der elektronischen Schaltung, der zum eigentlichen Highlight wird. Er verbindet das Beste aus beiden Welten: Im Alltag sorgt er für spürbar mehr Komfort, da man sich kaum noch um die richtige Gangwahl kümmern muss – und wer es sportlicher mag, greift einfach jederzeit selbst per Daumentaster ein.

Abgesehen davon bleibt das Lemmo das Hightech-Bike, das man bereits kennt – mit konsequenter App-Integration und zahlreichen smarten Funktionen. Damit richtet es sich weiterhin besonders an technikaffine Nutzerinnen und Nutzer, die genau diese Vernetzung schätzen und den kommenden Feature-Updates entgegenfiebern.

Der Preis von 2.790 Euro erscheint angesichts der umfangreichen Ausstattung durchaus fair, zumal das Bike aktuell im Rahmen eines Einführungsangebots nochmals um 200 Euro günstiger erhältlich ist. Wer auf die Automatikschaltung verzichten kann, findet den wohl größten Konkurrenten allerdings im eigenen Line-up – denn das Vorgängermodell Lemmo One MK2 ist inzwischen schon für 1.990 Euro zu haben.

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