Singlespeed-Bike mit Power-Motor

Easy Rider, powered by Harley-Davidson: Das Serial 1 Mosh/City im Test

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Ende 2020 wurde Serial 1 – die E-Bike Marke der Motorrad-Legende Harley Davidson – ins Leben gerufen. Dabei präsentierte man eine spektakuläre Studie, die es in etwas abgewandelter Form zum Serienmodell geschafft hat: Mosh/City ist der Name des außergewöhnlichen Bikes mit Singlespeed-Antrieb, bärenstarkem Motor und einigen spannenden Details. Wie sich das E-Bike mit Motorrad-Genen im Alltag schlägt, zeigt sich in diesem Test.

Kraftvoller Look, auch mit StVZO-konformen Reflektoren

Design

Schwarz, pur und eigenständig: schon beim optischen Auftritt macht das Mosh/City klar, dass es sich hierbei nicht um ein 08/15-Bike von der Stange handelt. Mit dem stark abfallenden Oberrohr wirkt der Rahmen dynamisch, auffallend ist dabei die waagerechte Strebe zwischen Ober- und Unterrohr. Ebenso auffallend ist die Integration des recht großen Brose-Mittelmotors. Wobei „Integration“ hier das falsche Wort ist – denn Seriel 1 versucht erst gar nicht, diesen Motor möglichst unauffällig zu verstecken. Stattdessen führt man die Kettenstrebe oberhalb des Motors entlang, wodurch dieser recht auffällig und wie von unten angesetzt ins Auge fällt. Der Akku ist hingegen von außen unsichtbar, kann aber zum aufladen entnommen werden.

Folgt man der Kettenstrebe entlang weiter, stößt man an deren Ende auf ein echtes Highlight: dort ist auf beiden Seiten bündig in den Rahmen ein Rücklicht integriert, was nicht nur der Sicherheit, sondern auch einer coolen Optik dienlich ist. Das Pendant dazu findet man dann vorne am Steuerrohr: dort ist das Logo in Wappenform integriert, welches als Tagfahrlicht fungiert.

Dass der Lenker des Bikes besonders aufgeräumt aussieht, hat mehrere Gründe: zum einen braucht es durch den Singlespeed-Antrieb keinen Schalthebel samt Schaltzug. Zudem werden aber auch die Bremsleitungen direkt in den Lenker geführt und auch die Bedieneinheit des elektrischen Antriebs ist kompakt und unauffällig. Einzig der würfelförmige Frontscheinwerfer wirkt etwas plump, fällt dank des schwarzen Gehäuses aber nicht zu stark auf.

Und schwarz ist wirklich alles beim Mosh/City: sämtliche Anbauteile sind hier in matter Ausführung, einzig dezente Labels und karierte Deko-Elemente heben sich hochglänzend davon ab. In Summe ein sehr eigenständiges und dabei konsistentes Design.

Ausstattung

Typische Singlespeed E-Bikes kommen meist schlank und leicht daher, die dort verbauten Nabenmotoren zählen aber zu den eher schwachen Antrieben. Ganz anders das Mosh/City, denn hier ist ein starker Brose S Mag-Mittelmotor mit einem gewaltigem Drehmoment von 90 Nm verbaut! Die Leistung wird mit einem Gates Carbon Drive Zahnriemen an das Hinterrad übertragen, der Akku bietet eine Kapazität von 529 Wh. Gesteuert wird das Ganze von einem kleinen Taster am Lenker, auf ein klassisches Display verzichtet man hier also bewusst.

Passend zum Motor ist auch die Bremsanlage mit Vierkolben-Scheibenbremsen und 200 mm großen Bremsscheiben von Tektro groß dimensioniert. Und auch die fast 7 cm breite Schwalbe Super Moto-X Bereifung im Format 27,5 x 2,8 Zoll ist mehr als üppig, weshalb Serial 1 wohl auch auf eine Federung bzw. Federgabel verzichtet.

Die integrierte Lichtanlage wurde schon angesprochen, hierbei leuchten die Rücklichter und das sehr helle Tagfahrlicht im Steuerrohr dauerhaft bei eingeschaltetem Antrieb. Der große Frontscheinwerfer kann dann separat bei Bedarf zugeschaltet werden. Auf Schutzbleche oder einen Gepäckträger verzichtet man zugunsten der coolen Optik, einen Fahrradständer hat man dem Bike allerdings spendiert – was sich im Alltag als durchaus praktisch erweist.

Mit gewogenen 21,1 kg in der Größe L ist das Mosh/City zwar kein Leichtgewicht, aber sicherlich noch eines der leichteren E-Bikes mit dem starken Brose-Antrieb.

Bedienung

Typischerweise konzentriert sich die Bedienung eines E-Bikes auf den elektrischen Antrieb, insbesondere wenn es sich dabei um ein Singlespeed-Modell ohne Gangschaltung handelt. So auch beim Mosh/City, wo sich das zentrale Steuerelement auf der linken Lenkerseite befindet.

Die kompakte Brose Display Remote schaltet den Antrieb ein und aus, mit den Plus- und Minus-Tastern lassen sich vier Unterstützungsstufen durchschalten, zudem gibt es einen separaten Taster für den Scheinwerfer. Der Druckpunkt ist sehr gut, wodurch sich die Remote präzise bedienen lässt.

Seitlich ist eine LED-Reihe integriert, mit der die verbleibende Akku-Kapazität in fünf Schritten (für jeweils 20%) dargestellt wird. Schaltet man den Fahrmodus um, wechselt diese LED-Anzeige und zeigt dann den jeweiligen Fahrmodus von Stufe 1 bis 4 an. Nachteilig ist jedoch, dass bei hellem Sonnenschein die LEDs nur schwer zu erkennen sind.

Der Akku des Antriebs wird von oben ins Unterrohr gesetzt und bietet eine zusätzliche, eigene LED-Anzeige, mit der sich auf Knopfdruck der Ladezustand in vier Stufen anzeigen lässt. Das Schloss für den Akku befindet sich auf der linken Seite, dort findet sich auch eine Ladebuchse mit der sich der Akku direkt im Bike aufladen lässt. Gut so, denn im Test stellte sich der Mechanismus zum Herausnehmen des Akkus als etwas hakelig heraus.

Fahreindruck

Setzt man sich zum ersten mal auf das Mosh/City, so wird einem die Verwandtschaft mit Harley-Davidson umgehend klar: ein Chopper-Feeling kommt auf, man sitzt sehr aufrecht und fast schon gemütlich auf dem Bike!

Der Brose-Motor scheint dazu der perfekte Kompagnon zu sein, denn dank des hohen Drehmoments hält sich die Anstrengung für Fahrer:innen stets in Grenzen – und dies, obwohl das Bike über keine Gangschaltung verfügt. Vielmehr lässt sich das Bike so nutzen, dass die Fahrstufen des Motors die Funktion einer Schaltung übernehmen. So ist der höchste Modus in der Ebene deutlich zu kräftig, zumal der Motor seine Leistung linear und weitgehend unabhängig von der Trittkraft abgibt. Hier schaltet man also sinnvollerweise in den schwachen Eco-Modus, der immer noch ausreichend Unterstützung bietet. Wird die Strecke dann anspruchsvoller bzw. steiler, schaltet man mit dem leicht zu bedienenden Lenkertaster einfach in einen stärkeren Modus. Selbst steile Anstiege liessen sich mit dem Mosh/City so recht mühelos bewältigen, was durchaus beeindruckend war! Ebenso beeindruckend ist die Lautstärke des Motors, die selbst unter Volllast nur als leises Surren wahrnehmbar ist.

Grund für die überraschend gute Performance am Berg ist sicherlich auch die Übersetzung mit 50er Kettenblatt vorne und 22er Ritzel hinten (entspricht einer Entfaltung von 2,27). Im Umkehrschluss muss man aber bei schneller Fahrt auf ebener Strecke Abstriche machen: hier wird die Trittfrequenz bei Geschwindigkeiten über 25 km/h unangenehm hoch – man cruist also lieber gemütlich in etwas langsamerem Tempo dahin.

Bei langen Abfahrten steigt das Tempo allerdings automatisch und spätestens dann ist man über die solide Bremsanlage froh: dank großer Bremsscheiben sind die Bremse standfest, dabei auch gut dosierbar und trotzdem gut zupackend.

Ebenso gut erweist sich im Alltag die fette Bereifung, welche einen niedrigen Luftdruck zulässt und auch gröbere Unebenheiten wirkungsvoll dämpft. Eine Federung vermisst man damit nicht wirklich! Sattel und Griffe verrichten unauffällig ihren Dienst, in Verbindung mit der aufrechten Sitzposition ist die Fahrt mit dem Mosh/City also durchaus als komfortabel zu beschreiben.

Starker Auftritt: das Mosh/City von Serial 1

Fazit

Ein ungewöhnliches Design, die Kombination aus starkem Mittelmotor und Singlespeed-Antrieb und eine lässige Sitzposition: das Mosh/City ist weder angepasst, noch alltäglich oder gar vernünftig! Vielmehr setzt es ganz eigene Akzente und transferiert damit auch perfekt die Image von Harley-Davidson in die Welt der E-Bikes.

Die Arbeit beim Fahren erledigt der starke Motor, um den richtigen Gang braucht man sich keine Gedanken zu machen – es gibt ja nur einen. Und trotzdem bewältigt man mit dem Bike nahezu jede Steigung ohne aus der Puste zu kommen! Ansonsten liegt der Fokus des Bikes auf gemütlichem Cruisen, wozu neben der komfortablen Sitzposition auch der leise Antrieb vorzüglich passt. Dessen Steuerung ist mit dem kompakten Taster am Lenker aufs Wesentliche reduziert und einfach zu bedienen.

Die Verarbeitung des Bikes ist gut, ebenso wirken alle verbauten Komponenten wirklich robust. Einzig der etwas hakelige Mechanismus zum Herausnehmen des Akkus könnte besser sein. Ein Highlight ist hingegen die integrierte Lichtanlage, die das Mosh/City noch mehr zum Eyecatcher macht.

Für 3.499 Euro ist das Mosh/City in der getesteten Farbvariante Matte Black/Gloss Midnight Black erhältlich, alternativ gibt es das Bike auch mit blauen Akzenten – jeweils in vier Rahmengrößen von S bis XL. Weitere Informationen gibt es auf der Website von Serial 1.

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2 Kommentare zu „Easy Rider, powered by Harley-Davidson: Das Serial 1 Mosh/City im Test“

  1. Rupert Reinhardt

    Hey Oliver,
    cooles Teil, das Du da so schnell testen durftest: Wie war’s denn ohne Schutzbleche bei Nässe?
    Gruß aus Berlin
    Rupert

  2. UrbanBike.News | Oliver

    Wie schon geschrieben: dieses Bike fährt man nicht aus Gründen der Vernunft. Als Schönwetter-Bike macht es sich dem entsprechend deutlich besser 😉

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