Specialized erweitert seine Vado 3-Baureihe um gleich drei neue IGH-Modelle. Die Abkürzung steht für „Internal Gear Hub“ und verweist auf das zentrale Merkmal der neuen Varianten: Statt einer klassischen Kettenschaltung kommt eine stufenlose Enviolo-Nabenschaltung zum Einsatz. Beim Topmodell übernimmt diese den Gangwechsel sogar vollautomatisch. Damit richtet sich die neue Modellfamilie vor allem an Fahrerinnen und Fahrer, die im Alltag möglichst wenig über Schalten nachdenken möchten und Wert auf einen besonders wartungsarmen Antrieb legen.
Allen drei Modellen gemein ist der neue Specialized 3.1-Mittelmotor. Mit bis zu 105 Nm Drehmoment und einer Spitzenleistung von 810 Watt zählt er zu den kräftigsten Antrieben seiner Klasse und wird er von einem integrierten 840 Wh-Akku mit Energie versorgt – der seitlich auch aus dem Rahmen entnommen werden kann und sich so bequem zum Ladegerät Ladegeräts bringen lässt. Anstelle einer Kette setzt Specialized bei allen drei Modellen zudem auf den Gates Carbon Drive-Zahnriemen. In Kombination mit der gekapselten Nabenschaltung verspricht das Antriebssystem damit einen leisen Lauf sowie deutlich weniger Wartungsaufwand als klassische Kettenschaltungen.
Das Topmodell Vado 3 6.0 IGH geht noch einen Schritt weiter: Hier arbeitet die stufenlose Enviolo Automatiq-Nabenschaltung sogar vollautomatisch und passt die Übersetzung selbstständig an die gewünschte Trittfrequenz an. Vor allem im Stop-and-go-Verkehr der Stadt soll das den Fahrkomfort weiter erhöhen. Die beiden günstigeren Modelle setzen dagegen auf eine manuell bediente Enviolo-Nabenschaltung mit stufenloser Übersetzung.



Integriertes Cockpit und umfangreiche Ausstattung
Auch bei der Ausstattung orientieren sich die neuen IGH-Modelle klar am Premium-Segment. Das Cockpit ist vollständig integriert und verfügt je nach Modell über ein großes Farb-Touchdisplay beziehungsweise ein integriertes Farbdisplay im Vorbau. Ergänzt wird das System durch eine Smartphone-Anbindung, USB-C- oder kabellose Lademöglichkeiten sowie verschiedene Diebstahlschutzfunktionen bis hin zur Apple-„Wo ist?“-Integration. Die aufgeräumte Integration hat allerdings auch ihren Preis: Anpassungen an die individuelle Sitzposition sind aufgrund des Cockpit-Designs nur eingeschränkt möglich.
Ebenfalls serienmäßig sind lange Schutzbleche, eine gefederte Gabel, eine gefederte Sattelstütze, eine leistungsstarke Beleuchtungsanlage mit Bremslichtfunktion am Heck sowie ein MIK HD-Gepäckträger mit einer Zuladung von bis zu 27 Kilogramm. Zusätzlich bietet Specialized einen Frontgepäckträger für bis zu 10 Kilogramm an, der beim Vado 3 6.0 IGH bereits serienmäßig montiert ist und für die beiden übrigen Modelle optional erhältlich ist.



Drei Modelle im Vergleich
Die Unterschiede zwischen den drei Modellen fallen vergleichsweise überschaubar aus:
- Specialized Vado 3 6.0 IGH: Automatische Enviolo-Nabenschaltung, RockShox-Psylo-Federgabel, absenkbare und gefederte Sattelstütze, großes 2,2-Zoll-Touchdisplay, serienmäßiger Frontgepäckträger mit 10 kg Zuladung, kabellose Quad-Lock-Ladefunktion, digitaler schlüsselloser Diebstahlschutz und Garmin-Radar. Preis: 7.899 Euro. Gewicht: 30,95 kg.
- Specialized Vado 3 5.0 IGH: Manuelle Enviolo-Nabenschaltung mit Drehgriff, SR-Suntour-Federgabel, ebenfalls absenkbare und gefederte Sattelstütze, integriertes Touchdisplay, optionaler Frontgepäckträger, optionale Quad-Lock-Ladehalterung sowie hochwertige Supernova-Beleuchtung. Preis: 5.999 Euro. Gewicht: 31,0 kg.
- Specialized Vado 3 4.0 IGH: Manuelle Enviolo-Nabenschaltung, SR-Suntour-Federgabel, gefederte Sattelstütze ohne Absenkfunktion, integriertes Farbdisplay im Vorbau, USB-C-Ladeanschluss, optionaler Frontgepäckträger sowie Lezyne-Beleuchtung. Preis: 4.999 Euro. Gewicht: 30,0 kg.
Auch optisch setzt Specialized Akzente. Besonders das Topmodell hebt sich mit seinen zweifarbigen Lackierungen deutlich von den günstigeren Varianten ab und unterstreicht zusammen mit den roten Bremssätteln den eigenständigen Charakter. Deutlich klassischer präsentieren sich dagegen das Vado 3 5.0 IGH und 4.0 IGH, die auf eher zurückhaltende Uni- beziehungsweise Metallic-Lackierungen setzen und insgesamt weniger auffällig auftreten.
Mit den neuen IGH-Modellen setzt Specialized konsequent auf Komfort und ein möglichst unkompliziertes Fahrerlebnis. Der kraftvolle Motor, der wartungsarme Zahnriemen und die stufenlose Nabenschaltung dürften hervorragend zum Charakter eines modernen SUV E-Bikes passen. Allerdings finden sich auch einige Kritikpunkte. Neben einem Gewicht von rund 30 Kilogramm fällt vor allem das hohe Preisniveau ins Auge. Zwischen 4.999 und 7.899 Euro ruft Specialized für die drei Varianten auf – ein selbstbewusster Preis, der die Zielgruppe entsprechend eingrenzen dürfte.




