moustache lundi 27 test review

Bewährter Charakter, neuer Antrieb

Moustache Lundi 27 im Test: Die erschwingliche Neuauflage eines echten Klassikers

Werbung

Das Moustache Lundi gehört längst zu den Klassikern unter den urbanen E-Bikes – nicht zuletzt wegen seines charakteristischen Designs, das sich seit jeher deutlich vom gewöhnlichen Stadtrad abhebt. Mit der jüngsten Neuauflage hat Moustache das Konzept nun nicht nur technisch überarbeitet, sondern macht das Lundi gleichzeitig preislich attraktiver. Doch wie viel vom bekannten Charakter bleibt dabei erhalten? Und kann der neue Bosch-Nabenmotor mit dem bisherigen Mittelmotor-Konzept mithalten? Wir haben es ausprobiert.

Design

Keine Sorge: Auch das neue Lundi bietet all die charakteristischen Details seiner Vorgänger und hebt sich damit weiterhin deutlich vom Großteil gewöhnlicher Stadträder ab. Der hohe, kantige und nach hinten geschwungene Lenker ist dabei nur eines der auffälligsten Merkmale. Ebenso typisch sind das markant geformte Steuerrohr und der darin integrierte runde Scheinwerfer – Details, die dem Lundi seit Jahren sein unverwechselbares Gesicht geben.

Besonders gelungen ist bei der Neuauflage das vergleichsweise schlanke Unterrohr. Denn obwohl darin weiterhin ein entnehmbarer Akku steckt, wirkt der Rahmen dadurch deutlich filigraner als zuvor. Auch vom Motor selbst ist kaum etwas zu sehen, schließlich sitzt dieser unauffällig in der Hinterradnabe. Unser Testrad in Matt Lavender steht dem Lundi dabei ausgesprochen gut, zumal sich die ansonsten komplett schwarzen Komponenten deutlich von dem modernen Farbton abheben. Zu den schönen Details gehört außerdem das neue Rücklicht, das sich nun elegant an das hintere Schutzblech schmiegt.

Schon nach dem ersten Blick ist damit klar: Auch das neue Modell ist voll und ganz ein Lundi – zumindest, was seinen charakteristischen Auftritt angeht.

Ausstattung

Beim Antrieb geht Moustache dagegen neue Wege und setzt erstmals auf Boschs neue Hub Line. Der kompakte Nabenmotor im Hinterrad bietet ein Drehmoment von 45 Nm und bewegt sich damit in einem für diese Antriebsklasse typischen Bereich. Ebenfalls neu ist der zusammen mit der Hub Line vorgestellte PowerTube 360 mit einer Kapazität von 360 Wh.

Das klingt zunächst nicht üppig, passt aber durchaus zum Einsatzgebiet eines klassischen Stadtrads, mit dem meist eher kürzere Strecken zurückgelegt werden. Vor allem lässt sich der Akku weiterhin aus dem Fahrrad entnehmen und damit unabhängig vom Standort des Lundi laden – gerade im urbanen Alltag ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Gesteuert wird der E-Antrieb über Boschs Purion 200 am Lenker, das Display und Bedientasten in einer kompakten Einheit zusammenfasst und nach wie vor zu unseren Favoriten im Bosch-System zählt.

Zum typischen Lundi-Konzept gehört weiterhin eine Starrgabel. Für den nötigen Komfort sollen stattdessen die ausgesprochen voluminösen Schwalbe Super Moto-X mit 60 Millimetern Breite im 27,5-Zoll-Format sorgen. Zusätzlich ist eine gefederte Sattelstütze verbaut, die insbesondere bei der sehr aufrechten Sitzposition eine wichtige Rolle spielt.

Auch darüber hinaus ist das Lundi umfassend für den Alltag ausgestattet. Stabile Aluminium-Schutzbleche, ein Hinterbauständer und die integrierte Lichtanlage sind ebenso an Bord wie ein Gepäckträger mit MIK HD-System. Körbe, Boxen oder auch kompatible Kindersitze lassen sich damit einfach einklinken, wobei der Träger für bis zu 27 Kilogramm ausgelegt ist. Natürlich können zusätzlich klassische Packtaschen seitlich befestigt werden.

Die umfangreiche Ausstattung macht sich allerdings beim Gewicht bemerkbar: Gut 24 Kilogramm bringt unser Testrad auf die Waage. Trotzdem ist das ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorgänger mit Mittelmotor – das von uns 2024 getestete Lundi 27.6 wog noch 28,5 Kilogramm.

Bedienung

Dass sich Boschs Antriebssystem einfach bedienen lässt und trotzdem zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Anpassung bietet, kennen wir bereits aus anderen Tests. Erfreulich, dass sich daran auch mit der neuen Hub Line nichts ändert. Das Purion 200 zeigt die wichtigsten Informationen zur Fahrt kompakt an, während sich die verschiedenen Unterstützungsstufen bequem über die integrierten Tasten wechseln lassen.

Unsere Empfehlung ist allerdings auch hier der Auto-Modus, der die Unterstützung selbstständig an die jeweilige Fahrsituation anpasst. Das funktioniert so überzeugend, dass man im Alltag kaum in Versuchung kommt, überhaupt noch manuell zwischen den Fahrmodi zu wechseln.

Die Kettenschaltung unseres Testmodells aus Shimanos aktueller Cues-Serie arbeitet zuverlässig, ausreichend schnell und angenehm leise. Hier zeigt sich zugleich ein grundsätzlicher Vorteil des Nabenmotors: Seine zusätzliche Leistung wird erst am Hinterrad eingebracht und muss nicht zuvor durch die Schaltung übertragen werden. Das mitunter laute Knallen beim Schalten unter hoher Motorlast, wie man es von manchen Mittelmotor-Antrieben kennt, gibt es hier entsprechend nicht.

Erfreulich unkompliziert ist zudem das Handling des Akkus. Der kompakte PowerTube 360 wird nach oben aus dem Unterrohr entnommen. Und auch das Einsetzen gelingt problemlos. Anschließend wird die Öffnung von einer einfachen Kunststoffabdeckung verschlossen – nichts Besonderes, aber funktional und völlig ausreichend. Praktisch außerdem, dass der Schloss des Akkus auch für das Rahmenschloss passt. So erspart man sich das hantieren mit verschiedenen Schlüsseln. Natürlich lässt sich der Akku ebenso direkt im Fahrrad laden. Der dafür vorgesehene Anschluss sitzt oberhalb des Tretlagers und wird von einer Gummiabdeckung geschützt.

Fahreindruck

Eine ausgesprochen aufrechte Sitzposition, gute Übersicht über den Verkehr und ein angenehmer Komfort – genau so kennen wir das Lundi. Dazu gehört allerdings auch ein Antrieb, der genügend Unterstützung liefert, um entspannt und ohne großen Kraftaufwand durch die Stadt zu rollen. Entsprechend spannend war die Frage, ob der neue und deutlich kompaktere Nabenmotor diese Rolle ebenso überzeugend übernehmen kann.

Die kurze Antwort lautet: Ja, kann er. Auf unseren Testfahrten überzeugte die Hub Line nicht nur in der Ebene, sondern auch auf Strecken mit durchaus steileren Anstiegen. Die Unterstützung reichte aus, um selbst dort entspannt im Sattel bleiben zu können. Einen wichtigen Anteil daran hat natürlich die Kettenschaltung, mit der sich die Übersetzung passend zum Anstieg wählen lässt. Mit dem ebenfalls angebotenen Singlespeed-Antrieb dürfte es an steileren Stellen entsprechend anspruchsvoller werden. Wer also nicht ständig längere Anstiege bewältigen muss, kann mit dem Nabenmotor durchaus glücklich werden – wer dagegen regelmäßig viele Höhenmeter sammelt oder längere Steigungen fährt, ist mit einem kräftigeren Mittelmotor weiterhin besser bedient.

moustache lundi 27 test review fahreindruck 3
Auch mit dem neuen Lundi rollt man entspannt und bequem dahin – selbst Anstiege meistert die Variante mit Kettenschaltung problemlos.

Besonders gut gefiel uns erneut der Auto-Modus. Er liefert kräftige Unterstützung, wenn sie tatsächlich gebraucht wird, nimmt sich aber angenehm zurück, sobald man ohnehin nur gemütlich dahinrollt. Genau diese Abstimmung passt sehr gut zum entspannten Charakter des Lundi.

Im Turbo-Modus zeigt sich dagegen eine Besonderheit der Hub Line. Da Bosch hier auf einen Drehmomentsensor verzichtet, orientiert sich der Motor nicht unmittelbar daran, wie kräftig man selbst in die Pedale tritt. Im stärksten Fahrmodus kann es deshalb vorkommen, dass bereits eine lockere Kurbelbewegung eine überraschend kräftige Unterstützung auslöst. Wer möglichst mühelos und mit wenig Eigenleistung zügig vorankommen möchte, könnte darin durchaus einen Vorteil sehen – besonders natürlich fühlt es sich allerdings nicht an.

Allzu schwer wiegt dieser Punkt im Alltag jedoch nicht, denn einzig im Turbo-Modus fällt das Verhalten so deutlich auf. Der Auto-Modus kaschiert den fehlenden Drehmomentsensor hingegen wesentlich geschickter und vermittelt eine deutlich harmonischere, fahrradtypischere Unterstützung. Insofern ist das im normalen Stadtverkehr kaum ein Grund zur Kritik.

moustache lundi 27 test review fahreindruck 4
Die aufrechte Sitzposition mit dem komfortablen Lenker ermöglicht so ein sicheres, entspanntes Fahrgefühl

Beim Komfort spielen wiederum die ausgesprochen breiten Reifen ihre Stärke aus. Durch ihr großes Volumen lassen sie sich mit moderatem Luftdruck fahren und filtern damit viele der üblichen Unebenheiten im Stadtverkehr wirkungsvoll heraus. Noch wichtiger ist aus unserer Sicht allerdings die gefederte Sattelstütze. Gerade aufgrund der sehr aufrechten Sitzposition landen harte Schläge ansonsten recht unmittelbar im Rücken – die Federung schafft hier spürbar Entlastung.

Typisch Moustache ist zudem der insgesamt sehr solide Fahreindruck. Auch auf unruhigerem Untergrund bleibt das Lundi ruhig, nichts klappert oder wirkt unnötig nervös. Zusammen mit der aufrechten Sitzposition und dem komfortabel geformten Lenker entsteht so ein sicheres, entspanntes Fahrgefühl, das sehr gut zum Charakter des Bikes passt.

moustache lundi 27 test review fahreindruck 5
Gelungene Weiterentwicklung: Auch die neue Generation des Lundi überzeugt – und ist dank des attraktiveren Preises nun noch zugänglicher.

Fazit

Auch das neue Lundi bleibt das freundliche und charaktervolle Stadtrad, das wir von Moustache kennen. Sein Design ist nach wie vor eine Klasse für sich und gewinnt durch den kompakteren Antrieb und das schlankere Unterrohr sogar noch etwas hinzu. Vor allem aber zeigt sich, dass der Wechsel vom Mittel- zum Nabenmotor dem grundlegenden Konzept nicht schadet.

Denn Boschs Hub Line passt ausgesprochen gut zu diesem Bike: Sie bietet genügend Unterstützung für den Stadtverkehr und kommt dank der Kettenschaltung auch mit anspruchsvolleren Anstiegen zurecht, während das Gesamtgewicht gegenüber dem bisherigen Mittelmotor-Modell deutlich sinkt. Der entnehmbare Akku, der praktische Gepäckträger und die vollständige Alltagsausstattung machen gleichzeitig deutlich, dass das Lundi trotz seines eigenständigen Designs weit mehr ist als nur ein schickes Lifestyle-Bike.

In Summe ist das neue Lundi 27 damit vielleicht attraktiver denn je – denn neben dem unverwechselbaren Auftritt und der gelungenen Neuauflage kommt nun ein erfreulich zugänglicher Preis von 2.399 Euro hinzu. Und damit dürfte der Klassiker für wesentlich mehr Interessentinnen und Interessenten in Reichweite rücken.

Mehr Informationen zum neuen Lundi und zu den verschiedenen Ausstattungsvarianten gibt es in unserem ausführlichen Artikel zur Neuauflage sowie direkt auf der Website von Moustache.

Werbung

Facebook
Twitter
Pinterest
Email
WhatsApp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Werbung

Werbung

Partnerlinks

Dieser Artikel enthält Partnerlinks zu Webshops. Sollte es über einen dieser Links zu einem Verkauf kommen, erhalten wir eine kleine Provision. Diese hilft bei der Finanzierung dieser Website. Für den Käufer entstehen dabei keine Nachteile oder Mehrkosten!

Sponsored Post

Mit ausgewählten Partnern kann es zu bezahlten Kooperation kommen. Solche Artikel sind dann als Sponsored Post markiert.