Heute offiziell präsentiert – und schon bei uns im Test. Wir hatten die Gelegenheit, die neue Tenways AGO X Special Edition vorab ausgiebig zu fahren, auf dem täglichen Weg durch die Stadt ebenso wie auf längeren Runden ins Umland. Wie sich das günstige Allround E-Bike dabei geschlagen hat, lest ihr hier!
Design
Erstmal: Wow, diese Farbe! Olive Moss – ein Grünmetallic, das in den ersten Sonnenstrahlen des Jahres regelrecht funkelt. Zusammen mit dem goldenen Logo entsteht ein edler, aber keineswegs aufdringlicher Look. Das wirkt hochwertig, ohne protzig zu sein.



Der verhältnismäßig schlanke Rahmen unterstreicht diesen Eindruck. Dynamisch und elegant in den Proportionen, dazu sauber verschliffene Schweißnähte – hier wurde sichtbar Wert auf Details gelegt. Für einen besonderen Akzent sorgt die Ambient Light-Lichtsignatur am Sattelrohr. Das pulsierende Licht ist weniger funktionale Notwendigkeit als vielmehr ein Designstatement. Wen es stört, der kann es auch einfach deaktivieren.

Die Anbauteile sind konsequent in Schwarz gehalten, was en Rahmen zusätzlich betont. Hinten sitzt das Rücklicht elegant integriert im Gepäckträger, vorne die kompakte Frontleuchte unterhalb des Lenkers. Der Akku verschwindet sauber im Unterrohr, der Mittelmotor hat eine typische Baugröße – nicht besonders klein, aber auch keineswegs klobig. Sehr gelungen ist das aufgeräumte Cockpit: kleines Farbdisplay, kompaktes Bedienelement und sogar eine unauffällige Klingel – alles wirkt stimmig integriert.
Ausstattung
Technisch markiert das AGO X Special Edition nach dem AGO Air den nächsten Schritt für Tenways. Der hauseigene Mittelmotor liefert kräftige 80 Nm Drehmoment und spielt damit in der gehobenen Mittelklasse aktueller Systeme. Trotz der Leistung bleibt das Aggregat angenehm kompakt in der Erscheinung.
Gesteuert wird das System über ein kompaktes Bedienelement am Lenker, ergänzt durch ein Farbdisplay in der Mitte des Lenkers. Mit seinen 560 Wh bietet der Akku eine ordentliche Kapazität und ist herausnehmbar ins Unterrohr integriert.



Geschaltet wird über eine 10-Gang-Kettenschaltung aus Shimanos aktueller CUES-Serie. Die Linkglide-Technologie soll für Langlebigkeit und saubere Gangwechsel auch unter hoher Last sorgen. Zur sicheren Verzögerung ist das Bike mit einer hydraulische Bremsanlage mit Scheibenbremsen ausgestattet.
Für eine hohe Traktion auf allen Wegen sind 57 Millimeter breite Reifen montiert, zudem gibt es eine Federgabel mit 100 Millimetern Federweg inklusive verstellbarer Vorspannung und Lockout. Dank des höhenverstellbaren Vorbaus lässt sich die Sitzposition individuell anpassen, der Sattel selbst stammt von Selle-Royal.



Zur alltagstauglichen Ausstattung gehören stabile Metall-Schutzbleche, eine StVZO-konforme Frontleuchte mit zwei Linsen unterhalb des Lenkers, die ein angenehm helles Licht erzeugt, sowie das im Gepäckträger integrierte Rücklicht.
Der Gepäckträger selbst ist kompatibel mit dem MIK HD-System mit praktischem Klickmechanismus für Taschen, Körbe oder Kindersitze bis zu 27 kg Beladung. Zusätzlich besteht eine Anbindung an die Tenways-App – Fahrdaten abrufen, Navigation planen, alles direkt ins Display übertragen.
Bedienung
Die Bedienung des Systems ist weitgehend selbsterklärend. Mit Plus und Minus werden die Unterstützungsstufen gewechselt, ein langer Tastendruck aktiviert Beleuchtung oder Schiebehilfe. Wer möchte, kann statt fünf auch nur drei Fahrmodi einstellen – das sorgt für zusätzliche Übersicht. Für den Wechsel der Displayansicht stehen eigene Tasten zur Verfügung.



Angenehm unkompliziert gestaltet sich auch die Akkuentnahme: Nach dem Aufschließen wird der Akku über eine Lasche an der Unterseite entriegelt und nach unten herausgezogen. Akku und die Blende in Rahmenfarbe bilden dabei eine Einheit – das erleichtert das Handling zusätzlich.
Natürlich lässt sich der Akku auch direkt im Bike laden, wobei dann der etwas kleine Ladestecker Fingerspitzengefühl erfordert.
Typisch Tenways ist die Motorsicherung per Software-Code. Erst nach Eingabe einer vierstelligen Zahlenkombination wird der Antrieb aktiviert. Alternativ kann per App eine automatische Entsperrung eingerichtet werden, sobald sich das Bike mit dem Smartphone verbindet. Praktisch ist auch die Navigationsfunktion: Route in der App starten, Smartphone in die Tasche stecken – die Richtungspfeile erscheinen direkt im Display.
Fahreindruck
Fangen wir direkt beim Tenways-Mittelmotor an – und der hinterlässt einen überzeugenden Eindruck. Die Kraftentfaltung erfolgt in allen Modi geschmeidig und kontrolliert – beim Anfahren durchaus spürbar, aber nie ruckartig. Insgesamt wirkt die Charakteristik ausgewogen und angenehm, gleichzeitig bietet der Motor genügend Reserven für anspruchsvollere Anstiege.
Dabei bleibt Grundgeräusch angenehm leise. Erst bei stärkerem Krafteinsatz wird der Antrieb hörbarer, ohne jedoch störend zu wirken. Einen verlängerten Nachlauf, wie wir ihn beim AGO Air in seltenen Situationen festgestellt hatten, konnten wir hier nicht mehr beobachten – ein schöner Fortschritt.

Wünschenswert wäre beim elektrischen Antrieb einzig eine Art Auto-Modus, der einem das Umschalten zwischen den einzelnen Fahrmodi erspart – und dabei eine adaptive Unterstützung von schwacher bis voller Power bereitstellen kann.
Auch Motor und Schaltung arbeiten gut miteinander – wenn auch manchmal bei Schaltvorgängen unter Last durchaus laut wahrnehmbar. Die Kombination aus kräftigem Mittelmotor und der 10-Gang-Kettenschaltung sorgt aber für ein angenehm sportliches Fahrgefühl – auf der Ebene ebenso wie bergauf. Trotz seines von uns gemessenen Gewichts von exakt 26,9 Kilogramm in Größe L fährt sich das Bike dabei leichter und agiler, als es die Zahl vermuten lässt.

Die Sitzposition ist eine gelungene Mischung aus aufrechtem Komfort und leichter sportlicher Streckung, wozu der gerade Lenker seinen Teil beiträgt. Mit 75 Zentimetern fällt er allerdings recht breit aus – für unseren Geschmack dürfte er gerne etwas schmaler sein. Dank Standardkomponenten wäre ein Austausch jedoch problemlos möglich.
Für angenehmen Komfort auch auf Schotter- und Waldwegen sorgen die breiten Reifen und natürlich die Federgabel. Letztere könnte auf feine Schläge zwar etwas sensibler reagieren, bewegt sich für diese Preisklasse aber im Rahmen. Der günstige Preis dürfte übrigens auch der Grund sein, warum keine gefederte Sattelstütze verbaut ist – aber auch diese könnte man recht einfach nachrüsten.
Auf holprigem Untergrund blieb das Rad übrigens angenehm ruhig – nichts wackelt, nichts klappert, was für eine insgesamt ordentliche Verarbeitungsqualität spricht.
Fazit
Die AGO X Special Edition bietet ein rundes Gesamtpaket. Eigenständiges Design, ein solider Mittelmotor, sinnvolle Komponenten und eine umfangreiche Alltagsausstattung treffen auf einen attraktiven Preis von nur 2.199 Euro. Das macht es für Pendler ebenso interessant wie für längere Wochenendrunden.
Neben der grünen Variante des Testrads in Olive Moss gibt es die AGO X Special Edition auch in hellem Starlight Silver direkt hier im Onlineshop von Tenways.
Tipp: Wer schnell ist, kann noch mehr sparen: bis zum 16. April erhält man das Bike mit 200 Euro Rabatt sogar schon für 1.999 Euro!






