Ortlieb geht bei der Herstellung seiner wasserdichten Taschen künftig einen Schritt weiter: Mit Tidura führt das Unternehmen ein eigens entwickeltes Materialsystem ein, bei dem nicht mehr nur die Verarbeitung, sondern auch das verwendete Gewebe stärker unter eigener Kontrolle steht. Zum Start im September 2026 kommt Tidura in vier Produkten zum Einsatz – darunter drei bekannte Modelle und ein komplett neuer Rucksack.
Vom Gewebe bis zur fertigen Tasche
Bislang entwickelte und fertigte Ortlieb bereits viele wesentliche Bestandteile seiner Taschen selbst beziehungsweise nach eigenen Vorgaben – darunter Verschlüsse, Beschläge und die für die Produktion eingesetzten Verfahren. Mit Tidura wird dieser Ansatz nun auf das eigentliche Taschenmaterial ausgeweitet.

Das Gewebe wird in den Benelux-Ländern gewebt und anschließend von der Gesellschaft für dichtende Systeme, kurz GDS, in Heilsbronn beschichtet. Das Schwesterunternehmen von Ortlieb befindet sich direkt neben dessen Produktionsstandort – damit sollen Material, Beschichtung und die später eingesetzten Schweißverfahren von Beginn an aufeinander abgestimmt werden.
Tidura gibt es zunächst in zwei Varianten. Tidura Strong ist die robustere Ausführung und für hohe Belastungen sowie intensive Nutzung vorgesehen. Tidura Core soll dagegen etwas stärker auf den Alltag zugeschnitten sein und Robustheit mit einem möglichst ausgewogenen Gewicht und Handling verbinden.

Weiterhin wasserdicht verschweißt
Grundsätzlich ändert Tidura nichts am bekannten Konstruktionsprinzip der Ortlieb-Taschen. Das TPU-beschichtete Material wird weiterhin nicht klassisch vernäht, sondern mittels Hochfrequenzverfahren verschweißt. Dadurch entstehen keine Einstichlöcher im Material, durch die Wasser eindringen könnte.
Das Gewebe und die verschweißten Verbindungen werden laut Hersteller auf eine Wassersäule von 100.000 Millimetern getestet. Wie wasserdicht das fertige Produkt tatsächlich ist, hängt allerdings auch vom jeweiligen Verschluss ab – entsprechend unterscheiden sich die IP-Schutzklassen der einzelnen Taschen.
Und auch bei der Haltbarkeit setzt Ortlieb hohe Vorgaben. Beide Tidura-Varianten sollen mehr als 100.000 Abriebzyklen im entsprechenden Materialtest überstehen. Ersatzteile will das Unternehmen zudem für mindestens zehn Jahre nach dem Ausscheiden eines Produkts aus dem Sortiment anbieten.

Vier Produkte machen den Anfang
Zum Marktstart im September 2026 kommt Tidura zunächst bei vier Taschen und Rucksäcken zum Einsatz. Drei davon verwenden das besonders robuste Tidura Strong, während der neue Daypack mit Tidura Core gefertigt wird:
- Ortlieb Back-Roller 20L Zip-Pocket: Hinterradtasche mit QL2.2-Befestigungssystem, erhältlich in Schwarz und Lavender
- Ortlieb Velocity 23L: Pendler-Rucksack mit Rollverschluss und Laptopfach, erhältlich in Schwarz und Lavender
- Ortlieb Duffle Zip: Reisetasche mit wasserdichtem Reißverschluss in 40 oder 60 Litern, erhältlich in Schwarz und Lavender
- Ortlieb Daypack 23L: neuer, urbaner Alltagsrucksack mit Rollverschluss und Laptopfach, erhältlich in Schwarz und Dark Sand
Damit ist Tidura zunächst vor allem in bekannten Produktkategorien vertreten. Interessant ist weniger eine grundlegend neue Art von Tasche als vielmehr die Veränderung dahinter: Ortlieb erweitert die Kontrolle über die eigene Fertigung bis auf das Ausgangsmaterial. Gerade in Zeiten immer wieder gestörter Lieferketten erscheint das durchaus sinnvoll – denn je mehr Schritte in eigener Hand liegen, desto geringer wird die Abhängigkeit von externen Zulieferern und globalen Unwägbarkeiten.
Erfreulich für alle Interessierten: Einen Aufpreis für das neue Material gibt es nicht – die neuen Tidura-Produkte bewegen sich preislich auf dem Niveau der vergleichbaren Modelle mit den bisher verwendeten Materialien. Erhältlich sind die Neuheiten direkt bei Ortlieb oder Fachhändlern wie zum Beispiel hier bei Globetrotter.




