Schlankes E-Bike mit Komfortrahmen

Preiswerter Stadtflitzer: Das Cannondale Quick Neo SL Remixte im Test

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Wer sich auf die Suche nach einem leichten E-Bike mit Komfortrahmen (nein, wir wollen es hier nicht als „Damenrad“ bezeichnen) begibt, der wird feststellen: so viel Auswahl gibt es in diesem Segment nicht! Und schon gar nicht, wenn auch der Preis des Bikes eher im niedrigeren Bereich liegen sollte. Doch mit dem Quick Neo SL Remixte bietet Cannondale ein Modell, das alle genannten Eigenschaften erfüllt – und dem man die elektrischen Komponenten zudem kaum ansieht.

Cannondale Quick Neo SL Remixte

Design

Auffälligstes Merkmal am Quick Neo SL Remixte ist sicherlich der schlanke Trapezrahmen aus Aluminium. Dieser sorgt nicht nur für einen komfortablen Auf- und Abstieg vom Rad sorgt, sondern verleiht ihm dank gerader Linien und schlanker Rohre einen zeitlosen und eleganten Look. Dank der „nakten“ Ausstattung ohne Schutzblechen oder Gepäckträger wirkt das Rad aber durchaus auch sportlich, was durch die Lackierung in Türkis-Metallic unterstrichen wird. Kein Wunder, schließlich ordnet Cannondale selbst das Bike seinen Fitness-Modellen zu. Abgesehen vom Rahmen sind alle Anbauteile in mattem Schwarz gehalten, was dem Bike eine aufgeräumte Optik verleiht.

Der E-Antrieb X35 von Mahle ist von außen kaum erkennbar, nur bei genauer Betrachtung fällt einem der Nabenmotor im Hinterrad auf. Der Akku ist unsichtbar im Unterrohr verbaut und der einzige Schalter ist am Oberrohr zu finden – ein Display gibt es hier bewusst nicht. Als einfaches wie cleveres Detail erweisen sich die reflektierende Streifenmuster am Rahmen: diese fallen bei Tageslicht kaum auf, sorgen aber durch ihre Reflektion bei Dunkelheit für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Etwas störend wirkt hingegen das Rücklicht unter dem Sattel, welches durch seine Größe und Montage wie ein Fremdkörper wirkt – eine kompaktere und unauffälligerer Lösung wäre hier schön gewesen. Pluspunkte gibt es dafür für den Cannondale-eigenen Vorbau, welcher eine Smartphone-Halterung von SP Connect (haben wir hier bereits getestet) integriert hat. Vorteil dieser Lösung ist, dass das Smartphone dadurch perfekt mittig am Vorbau platziert ist. Dabei sei gesagt, dass zur Nutzung des Bikes keineswegs ein Smartphone zum Einsatz kommen muss. Allerdings gibt es gleich zwei Apps, welche einen auf Wunsch mit zusätzlichen Informationen beliefern – doch dazu gleich mehr.

Ausstattung

Wie bei inzwischen vielen schlanken E-Bikes kommt auch beim Quick Neo SL der X35-Antrieb von Mahle zum Einsatz. Ein Komplettsystem, bestehend aus einem Hinterrad-Nabenmotor mit 40 Nm Drehmoment und einem fest verbauten 250 Wh-Akku im Unterrohr (welcher im Servicefall aber ausgebaut werden kann). Die Bedienung erfolgt über einen kompakten Taster mit LED-Anzeige am Oberrohr. Statt eines Displays lässt sich optional die passende Smartphone-App von Mahle nutzen, um sich Informationen zu Geschwindigkeit, gefahrenen Kilometern oder zur Navigation anzeigen zu lassen.

Zudem gibt es am Vorderrad eine weitere Möglichkeit zum Datenaustausch: dort ist ein Fitness-Sensor von Garmin verbaut, welcher alle Bewegungen des Rads aufzeichnet und die Daten an eine eigene App von Cannondales sendet. Auch hier lassen sich Geschwindigkeit, gefahrene Strecke oder der Kalorienverbrauch auf dem Smartphone abbilden, allerdings hat man in dieser App leider keinen Zugriff auf die Daten des E-Antriebs (beispielsweise über den Akkustand). Schade eigentlich, ist die App von Cannondale doch deutlich attraktiver gestaltet als jene von Mahle! Übrigens verfügt der Sensor im Vorderrad über einen Speicher und merkt sich die Daten bis zu 30 Tage lang, ehe ein Abgleich mit dem Smartphone notwendig wird.

Als Schaltung kommt eine Kettenschaltung aus Shimanos Altus-Serie mit 9 Gängen zum Einsatz. Aufgrund des vergleichsweise günstigen Preises des Bikes handelt es sich hierbei auch um ein eher einfaches Modell, was jedoch klaglos seinen Dienst verrichtet. Gleiches gilt für die hydraulischen Scheibenbremsen UR300, welche ebenso von Shimano stammen.

Das Rücklicht mit integriertem Reflektor wurde bereits angesprochen und man fragt sich in diesem Zusammenhang, wo sich denn eigentlich der Frontscheinwerfer versteckt hat. Die Suche nach diesem ist aber zwecklos, denn es gibt schlicht keinen! Was Cannondale dazu bewogen hat, ist schwer nachzuvollziehen – zumal die Leitungen für das Licht bereits im Rahmen liegen und ein noch so einfacher Scheinwerfer eben besser gewesen wäre als gar kein Scheinwerfer. Als Trost bleibt Interessenten immerhin die Hoffnung, dass die Nachrüstung relativ einfach vonstatten gehen dürfte.

Der Sattel mit seiner mittigen Entlastungsöffnung und die ergonomisch geformten Lenkergriffe stammen von Cannondale, die Reifen mit 38 mm Breite liefert hingegen Schwalbe vom Typ Energizer Plus. Erwähnung finden sollte auch der serienmäßig verbaute Ständer, welcher sich im alltäglichen Einsatz oft als praktische Hilfe erweist!

Bedienung

Einziges Element zur Steuerung des E-Antriebs ist der iWoc One genannte Taster auf dem Oberrohr des Rads. Mit diesem schaltet man das Rad ein, ein äußerer LED-Ring informiert dann farblich in 20%-Schritten über den Akkustand. Mit einem Tastendruck kann man dann zwischen den drei Fahrstufen durchschalten. Hat man die Funktionsweise des Tasters einmal verinnerlicht, lässt sich dieser im Alltag recht einfach und intuitiv benutzen. Komplizierter wird es nur, wenn man auch noch das Rücklicht ein- bzw. ausschalten möchte, was ebenso über diesen einen Taster gelöst ist. Zwar muss man diesen hierfür „nur” etwas länger drücken. Drückt man ihn allerdings zu lange, schaltet sich der E-Antrieb ganz aus; drückt man ihn hingegen zu kurz, schaltet man unbeabsichtigt einen Fahrmodus weiter.

Der Akku wird über eine Ladebuchse am Tretlager geladen, welche mit einer robusten Gummilasche verschlossen ist. Einzig das korrekte Einstecken des recht filigranen Ladesteckers verlangt einem etwas Präzision ab. Bei leerem Akku dauert der Ladevorgang mit dem mitgelieferten Ladegerät rund vier Stunden. Dabei gibt der LED-Ring des Tasters am Oberrohr farblich Auskunft, wie voll der Akku geladen ist ist.

Fahreindruck

Schon auf den ersten Metern kommt Freude auf: das Quick Neo SL Remixte zieht dank der elektrischen Unterstützung – insbesondere aber auch durch das vergleichsweise geringe Gewicht – mühelos davon. Nur 14,9 kg wog das Testrad in der Größe L, womit es sich geradezu leichtfüssig bewegen lässt. Dieser Eindruck wird von der eher aufrechten und bequemen Sitzposition unterstützt, mit der man ein eher gemächliches Rad erwarten würde. Stattdessen reagiert das Rad so agil und direkt, dass es einfach nur Spaß macht. Zur komfortablen Sitzposition tragen nicht nur der Ergo-Sattel und die passenden Lenkergriffe bei, sondern auch der breite Lenker mit einer leichten Erhöhung. Außerdem natürlich die vergleichsweise breiten Reifen, welche zudem angenehm leicht abrollen.

Die Unterstützung des Motors verhält sich wie bei allen Modellen mit Mahles X35-System: So ist die Unterstützung in den beiden unteren Fahrstufen eher dezent, hilft aber locker um Widrigkeiten wie Gegenwind und leichte Steigungen auszugleichen. Die höchste Stufe gibt dann deutlich mehr Schub, so dass auch kurzzeitig steilere Abschnitte – zumindest im urbanen Kontext – kein Problem darstellen. Unterstützung leistet hier natürlich die Schaltung mit ihren 9 Gängen, welche für den Einsatzbereich des Bikes ebenso passend gewählt ist. Hervorzuheben ist die leise Arbeitsweise des elektrischen Antriebs, welchen man akustisch nur durch ein sehr dezentes Brummen wahrnehmen kann.

Schlankes Design mit unsichtbarer E-Technik

Fazit

Inzwischen verlangt Cannondale 2.499 Euro für das hier getestete Quick Neo SL Remixte – deutlich teurer als noch im Vorjahr, dabei aber immer noch eines der günstigeren Bikes in diesem Segment (die Preise sind 2021 bei fast allen Herstellern gestiegen). Erwartungsgemäß sind die Komponenten dem entsprechend eher einfach, aber funktional – und machen das Rad zu einem soliden und erschwinglichen Alltagsrad. Für Überraschung sorgt das flinke Fahrverhalten im Zusammenspiel mit der komfortablen Sitzposition, welches für viel Freude am Fahren sorgt. Dabei könnte man dann auch fast über den Schnitzer des fehlenden Frontscheinwerfers hinwegsehen …

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es das Quick Neo SL natürlich auch mit klassischem Diamantrahmen gibt, dann in einem hellen Salbei-Grau bei identischer Ausstattung. Mehr Infos zur ganzen Modellreihe gibt es direkt bei Cannondale.

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